Die Rückkehr der Mauersegler 2026 wird auch in diesem Jahr wieder im Forum dokumentiert.
Bitte meldet die Ankunft des ersten Mauerseglers in "Eure" Kolonien (Einflug in Nest) per PN oder E-Mail an Siegrid.
Sichtungen fliegender Mauersegler sind für unsere Statistik nicht relevant, können aber gerne auf Ornitho.de gemeldet werden.
Die Karten für Bestand und Ankunft 2026 sind auf unsere Mauersegler-Statistik Seite verfügbar.
Fragen und Antworten rund um den Mauersegler, Vorstellung von Projekten und Kolonien
Hallo Michi,
da unsere Nester nie so stark befallen waren habe ich damit keine Erfahrung. Ich gehe davon aus, dass die MS-Larven gute Überlebenschancen haben und du somit mehr Befall hast.
Das Abnehmen der LF wird die Anzahl sicher minimieren. Aber die Frage ist eben auch hier wie gut du an die Kästen kommst.
Vielleicht kannst du, nach der Saison, die Ecken in den Kästen mit Kieselgur bestreuen.
Hier in diesem Jahr fast keine LF. LG
Nistk.: 39 (alle mit ) erw.: 54, angek.: 10 Brutpaare: Adoptivküken: VP: : Handaufzucht: total Ausflug der JV seit 2013: Adoptivk. seit 2020:
Hallo Michi!
Ich kann mir nicht vorstellen, dass das Ansammeln von Lausfliegen einen erkennbaren Vorteil bringt. Da ist einmal der Stress für die gesamte Seglerfamilie, aber auch für den, der absammeln will. Ich sehe diese Biester auch öfter in meiner Kolonie. Die laufen mit hoher Geschwindigkeit über den gesamten Segler und verstecken sich zwischen den Federn. Oft sitzen sie aber auch in der Nähe des Nestes an der Wand oder im Nest. Die würdest Du dann nicht einmal mit erwischen.
Bei den Alpenseglern ist die Lage insofern wohl anders, als man da keine Leiter braucht, um die JV ergreifen zu können. Auch wird man die Lage um das Nest herum gut direkt beobachten können. In der Traufe dürfte das fast unmöglich sein. Außerdem sind junge MS deutlich filigraner als vergleichbar alte AS. (Markus, bitte korrigiere mich, wenn ich falsch liegen sollte)
Es ist wahrscheinlich besser, den gesamten Nistplatz im Herbst mit einem starken Staubsauger auszusaugen und die Nistmulde ggf ein paar Tage einzufrieren. Möglicherweise könnte es auch hilfreich sein, den Lausfliegen geeignete Strukturen anzubieten, in denen sie ihre Puparien für die nächste Saison deponieren können. Diese könnte man dann bei der Reinigung ganz gezielt säubern. Ich denke da an einen schmalen Hohlraum unter der Schwegler Nistmulde. In diesen Hohlraum könnte auch ganz gezielt Kieselgur eingebracht werden.
Fazit: ich glaube, vorbeugen ist besser als absammeln.
Übrigens: auch in meiner Kolonie sind an mehreren Stellen immer wieder mal einige LF aufgetaucht. Die Segler zeigten hier nie erkennbare Reaktionen auf diese Mitbewohner. Ich werde trotzdem weiter gezielt reinigen. Nachschub wird aus den Naturnestern am Nachbarhaus wohl sowieso kommen, die aber weiterhin jedes Jahr genutzt werden. Wie es aussieht, sogar erfolgreich.
Liebe Grüße H.-G.
30 + 5 Nistplätze, 23 Kameras
2023: 48 JV in 19 Nestern, 2 JV tot
2024: 26 von 34 Plätzen belegt, 56 JV/23 Nester, 3 VPs
2025: 66 JV in 29 Nestern, eine erfolgreiche Vierer-Brut
Michi hat geschrieben: So 20. Jul 2025, 09:59
Hat schon jemand Erfahrung mit der Entnahme und dem Ablesen von MSF von JV gemacht ? Lohnt sich das ?
Tatsächlich habe ich schon tausende von Lausfliegen von Alpenseglern abgelesen. Allerdings war hier der Befall von bis zu über 60 LF auf einem Jungvogel schon enorm.
H.-G. hat geschrieben: So 20. Jul 2025, 21:02
(Markus, bitte korrigiere mich, wenn ich falsch liegen sollte)
Es ist wahrscheinlich besser, den gesamten Nistplatz im Herbst mit einem starken Staubsauger auszusaugen
Da kann ich Dir nur beipflichten H.G. auch ich würde bei den kleineren Mauerseglern, in ihrer völlig anderen Umgebung wie im Tuttlinger Kirchturm keine solche Ablese-Aktion starten wollen.
@Michi kannst du in etwa einschätzen wie stark der Befall bei dir ist ?
LG
Markus
Saison 2026
Segler Nistplätze 7 von 14 belegt. (hiervon 2 Neuzugänge)
Ankunft: 4 von 14
Guten Abend!
Nach der Reinigung der Kästen auch ein paar Worte zu den ungeliebten Krabblern. Ich hatte in diesem Jahr einen überraschend geringen Befall. Zwar muss ich davon ausgehen, dass auch einige Puparien ungesehen im Staubsauger verschwanden, aber das wird auch in den Jahren mit einem stärkeren Befall genauso gewesen sein.
So fand ich beim Öffnen eines der Balkonkästen zur Kamerajustierung sofort zwei Puparien und dachte, dass das ja "gut" losgeht. Fehlanzeige! In allen 15 Balkonkästen fand ich bei der Reinigung nur eine weitere Puppe. Im kleinen Starenkasten links daneben hatte ich im Sommer hin und wieder Lausfliegen an den Seglern gesehen. Da hier das Seglernest auf einem alten, aber unbenutzten Starennest gebaut wurde und zum zweiten Mal benutzt wurde, rechnete ich zumindest hier mit mehr. Es waren aber auch hier weniger als fünf. Auch in "Starenkasten", Wandkasten und Giebelkasten fand ich nur jeweils drei (immerhin zusammen 18 Nester), im Traufenkasten gar keine. Im letzten Jahr zählte ich in Wand- und "Starenkasten" jeweils über zwanzig, im Giebelkasten ungefähr zehn.
Eine kleine Überraschung dann im linken oberen Starenkasten auf der Ostseite. Hier war die erste Brut durch zerstörte Eier früh beendet worden. Bei einem weiteren Brutversuch wurden zwei Eier gelegt. Eins verrollte, der geschlüpfte JV starb am zweiten oder dritten Tag, wohl auch durch " Verrollen" aus dem mehr provisorischen Nest. Obwohl hier also keine JV großgezogen wurden, fanden sich in diesem Kasten zwei Puparien. Das würde der Annahme widersprechen, dass Lausfliegen auf JV angewiesen sind.
Seit ich Kameras einsetze, beobachte ich immer wieder, dass Segler Lausfliegen komplett ignorieren. Es sieht für mich so aus, als wenn sich hier zwei Arten sehr gut aufeinander eingestellt haben und es keine Probleme gibt, wenn die Zahl der Fliegen nicht zu groß wird. Zwar werde ich weiter meine Kästen gründlich reinigen, aber wenn dann doch mal eine Lausfliegen über die Segler huscht, werde ich es genau so machen, wie die Segler: ich werde ruhig und entspannt bleiben.
LG H.-G.
Nachtrag: Bei den Alpenseglern sehe ich das anders, da zumindest in größeren Kolonien der Befall gravierend sein kann. Hier würden mich beobachtete Lausfliegen ziemlich schnell sehr nervös machen.
30 + 5 Nistplätze, 23 Kameras
2023: 48 JV in 19 Nestern, 2 JV tot
2024: 26 von 34 Plätzen belegt, 56 JV/23 Nester, 3 VPs
2025: 66 JV in 29 Nestern, eine erfolgreiche Vierer-Brut
H.-G. hat geschrieben: Mo 23. Mär 2026, 21:14
Das würde der Annahme widersprechen, dass Lausfliegen auf JV angewiesen sind.
Seit ich Kameras einsetze, beobachte ich immer wieder, dass Segler Lausfliegen komplett ignorieren. Es sieht für mich so aus, als wenn sich hier zwei Arten sehr gut aufeinander eingestellt haben und es keine Probleme gibt, wenn die Zahl der Fliegen nicht zu groß wird.
Hallo H.G.,
ich sehe das wie du. Meine Mini-Kolonie ist hier zwar überhaupt nicht aussagekräftig, aber das, was ich erlebt habe, ist eine Selbstregulierung der Natur, die prima funktioniert. Niemals würden MSLF ihre eigenen Wirte komplett vernichten. Die Segler kommen damit absolut klar. Es ist ja vollkommen logisch, dass die Erstansiedlung der MSLF in neuen Kolonien niemals durch JV eingeschleppt werden kann. Also müssen sie die Altvögel mindestens 9 Monate lebend bei sich getragen haben und das bestimmt nicht als Puppe oder Larve. Wir sind da eben ein wenig Helikoptereltern für unsere Segler und meinen uns da regulierend einschalten zu müssen. Ich nehme mich da übrigens auch ganz bestimmt nicht aus.
LG torsten
2022: 1 BP / 3 JV 2023: 2 BP / 4 JV 2024: 2 BP / 6 JV 2025: 2 BP / 6 JV
MauerseglerBerlin hat geschrieben: Mo 23. Mär 2026, 22:32
Es ist ja vollkommen logisch, dass die Erstansiedlung der MSLF in neuen Kolonien niemals durch JV eingeschleppt werden kann. Also müssen sie die Altvögel mindestens 9 Monate lebend bei sich getragen haben und das bestimmt nicht als Puppe oder Larve.
Guten Morgen Torsten!
Bis vor ein paar Jahren bin ich auch von dieser Theorie ausgegangen. Ich schätze aber, dass das ein Fehlschluss war. Mauerseglerlaufliegen werden immer erst um die Zeit herum beobachtet, wenn die JV schlüpfen. Davor nicht. Das spricht schon dafür, dass das frisch geschlüpfte LF sind. Neun, zehn oder gar elf Monate wären auch eine extrem lange Überlebenszeit, noch dazu unter extremen Bedingungen.
Wie kommen sie dann in neue Nester? Ich nenne es mal "Benutzung des Nah- und Fernverkehrs". Ich habe es zwar nur einmal gesehen und da hat es auch nur beinahe geklappt, aber sie lauern im Einflugsbereich der Nistplätze. Jeder sich anhängende Segler ist ein potentielles Verkehrsmittel. Also werden vor allem Sucher die Ausbreitung ermöglichen. Ich sehe sie manchmal sekundenlang vor den Einflügen hängen - da könnten theoretisch ganze LF-Reisegruppen ein- und aussteigen. Ein weiteres Indiz für dieses Verhalten ist, dass - zumindest bei mir - Beobachtungen immer nur über ein paar Tage möglich sind. Sie scheinen wieder abzureisen. Auch die jeweils niedrige Anzahl an Puparien und deren weite Verteilung in meiner Kolonie spricht für diese Annahme. Man könnte die Puparien genetisch untersuchen. Dann würde deren Verwandtschaftsgrad diese Theorie untermauern - oder aber widerlegen. Das wäre aber Thema für eine Bachelor-, Master- oder Doktorarbeit.
Auch wenn das Zusammenleben meist unproblematisch ist, kann es für die Segler ab einer gewissen Manschaftsstärke belastend werden (es gab da doch 2022 oder 23 diesen Stream aus Holland). Bei Andreas hat im letzten Jahr ein Segler extrem nervös auf eine LF reagiert und diese sogar umgebracht. Eigentlich untypisch. Mir kommt gerade der Gedanke, ob es sich dabei nicht möglicherweise um eine andere, weniger spezialisierte LF- Art gehandelt haben könnte.
Last but least - bei mir erscheinen trotz regelmäßiger Reinigung jedes Jahr neue LF. Vermutlich gibt es größere Reservoirs in den wenigen Naturnestern der Umgebung. Wie es da aussieht, ist vielleicht weniger entspannt.
Also werde ich weiter reinigen, danach aber entspannt und interessiert beobachten.
Liebe Grüße H.-G.
30 + 5 Nistplätze, 23 Kameras
2023: 48 JV in 19 Nestern, 2 JV tot
2024: 26 von 34 Plätzen belegt, 56 JV/23 Nester, 3 VPs
2025: 66 JV in 29 Nestern, eine erfolgreiche Vierer-Brut