Fragen und Antworten rund um den Mauersegler, Vorstellung von Projekten und Kolonien
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traudich
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Re: Mauerseglerlausfliege

Beitrag von traudich »

Hallo Michi,
da unsere Nester nie so stark befallen waren habe ich damit keine Erfahrung. Ich gehe davon aus, dass die MS-Larven gute Überlebenschancen haben und du somit mehr Befall hast.
Das Abnehmen der LF wird die Anzahl sicher minimieren. Aber die Frage ist eben auch hier wie gut du an die Kästen kommst.
Vielleicht kannst du, nach der Saison, die Ecken in den Kästen mit Kieselgur bestreuen.
Hier in diesem Jahr fast keine LF🤗. LG
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H.-G.
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Re: Mauerseglerlausfliege

Beitrag von H.-G. »

Hallo Michi!
Ich kann mir nicht vorstellen, dass das Ansammeln von Lausfliegen einen erkennbaren Vorteil bringt. Da ist einmal der Stress für die gesamte Seglerfamilie, aber auch für den, der absammeln will. Ich sehe diese Biester auch öfter in meiner Kolonie. Die laufen mit hoher Geschwindigkeit über den gesamten Segler und verstecken sich zwischen den Federn. Oft sitzen sie aber auch in der Nähe des Nestes an der Wand oder im Nest. Die würdest Du dann nicht einmal mit erwischen.
Bei den Alpenseglern ist die Lage insofern wohl anders, als man da keine Leiter braucht, um die JV ergreifen zu können. Auch wird man die Lage um das Nest herum gut direkt beobachten können. In der Traufe dürfte das fast unmöglich sein. Außerdem sind junge MS deutlich filigraner als vergleichbar alte AS. (Markus, bitte korrigiere mich, wenn ich falsch liegen sollte)
Es ist wahrscheinlich besser, den gesamten Nistplatz im Herbst mit einem starken Staubsauger auszusaugen und die Nistmulde ggf ein paar Tage einzufrieren. Möglicherweise könnte es auch hilfreich sein, den Lausfliegen geeignete Strukturen anzubieten, in denen sie ihre Puparien für die nächste Saison deponieren können. Diese könnte man dann bei der Reinigung ganz gezielt säubern. Ich denke da an einen schmalen Hohlraum unter der Schwegler Nistmulde. In diesen Hohlraum könnte auch ganz gezielt Kieselgur eingebracht werden.
Fazit: ich glaube, vorbeugen ist besser als absammeln.
Übrigens: auch in meiner Kolonie sind an mehreren Stellen immer wieder mal einige LF aufgetaucht. Die Segler zeigten hier nie erkennbare Reaktionen auf diese Mitbewohner. Ich werde trotzdem weiter gezielt reinigen. Nachschub wird aus den Naturnestern am Nachbarhaus wohl sowieso kommen, die aber weiterhin jedes Jahr genutzt werden. Wie es aussieht, sogar erfolgreich.
Liebe Grüße H.-G.
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Markus
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Re: Mauerseglerlausfliege

Beitrag von Markus »

Hallo Michi,
Michi hat geschrieben: So 20. Jul 2025, 09:59 Hat schon jemand Erfahrung mit der Entnahme und dem Ablesen von MSF von JV gemacht ? Lohnt sich das ?
Tatsächlich habe ich schon tausende von Lausfliegen :shock: von Alpenseglern abgelesen. Allerdings war hier der Befall von bis zu über 60 LF auf einem Jungvogel schon enorm.
H.-G. hat geschrieben: So 20. Jul 2025, 21:02 (Markus, bitte korrigiere mich, wenn ich falsch liegen sollte)
Es ist wahrscheinlich besser, den gesamten Nistplatz im Herbst mit einem starken Staubsauger auszusaugen
Da kann ich Dir nur beipflichten H.G. auch ich würde bei den kleineren Mauerseglern, in ihrer völlig anderen Umgebung wie im Tuttlinger Kirchturm keine solche Ablese-Aktion starten wollen.

@Michi kannst du in etwa einschätzen wie stark der Befall bei dir ist ?

LG
Markus
Saison 2026

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Ankunft: 9 von 14

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Turmfalken - Stream ist vorerst offline da Nistplatz leer.
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Alpensegler- Livestream ist Online
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H.-G.
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Re: Mauerseglerlausfliege

Beitrag von H.-G. »

Guten Abend!
Nach der Reinigung der Kästen auch ein paar Worte zu den ungeliebten Krabblern. Ich hatte in diesem Jahr einen überraschend geringen Befall. Zwar muss ich davon ausgehen, dass auch einige Puparien ungesehen im Staubsauger verschwanden, aber das wird auch in den Jahren mit einem stärkeren Befall genauso gewesen sein.
So fand ich beim Öffnen eines der Balkonkästen zur Kamerajustierung sofort zwei Puparien und dachte, dass das ja "gut" losgeht. Fehlanzeige! In allen 15 Balkonkästen fand ich bei der Reinigung nur eine weitere Puppe. Im kleinen Starenkasten links daneben hatte ich im Sommer hin und wieder Lausfliegen an den Seglern gesehen. Da hier das Seglernest auf einem alten, aber unbenutzten Starennest gebaut wurde und zum zweiten Mal benutzt wurde, rechnete ich zumindest hier mit mehr. Es waren aber auch hier weniger als fünf. Auch in "Starenkasten", Wandkasten und Giebelkasten fand ich nur jeweils drei (immerhin zusammen 18 Nester), im Traufenkasten gar keine. Im letzten Jahr zählte ich in Wand- und "Starenkasten" jeweils über zwanzig, im Giebelkasten ungefähr zehn.
Eine kleine Überraschung dann im linken oberen Starenkasten auf der Ostseite. Hier war die erste Brut durch zerstörte Eier früh beendet worden. Bei einem weiteren Brutversuch wurden zwei Eier gelegt. Eins verrollte, der geschlüpfte JV starb am zweiten oder dritten Tag, wohl auch durch " Verrollen" aus dem mehr provisorischen Nest. Obwohl hier also keine JV großgezogen wurden, fanden sich in diesem Kasten zwei Puparien. Das würde der Annahme widersprechen, dass Lausfliegen auf JV angewiesen sind.
Seit ich Kameras einsetze, beobachte ich immer wieder, dass Segler Lausfliegen komplett ignorieren. Es sieht für mich so aus, als wenn sich hier zwei Arten sehr gut aufeinander eingestellt haben und es keine Probleme gibt, wenn die Zahl der Fliegen nicht zu groß wird. Zwar werde ich weiter meine Kästen gründlich reinigen, aber wenn dann doch mal eine Lausfliegen über die Segler huscht, werde ich es genau so machen, wie die Segler: ich werde ruhig und entspannt bleiben.
LG H.-G.
Nachtrag: Bei den Alpenseglern sehe ich das anders, da zumindest in größeren Kolonien der Befall gravierend sein kann. Hier würden mich beobachtete Lausfliegen ziemlich schnell sehr nervös machen.
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MauerseglerBerlin
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Re: Mauerseglerlausfliege

Beitrag von MauerseglerBerlin »

H.-G. hat geschrieben: Mo 23. Mär 2026, 21:14 Das würde der Annahme widersprechen, dass Lausfliegen auf JV angewiesen sind.
Seit ich Kameras einsetze, beobachte ich immer wieder, dass Segler Lausfliegen komplett ignorieren. Es sieht für mich so aus, als wenn sich hier zwei Arten sehr gut aufeinander eingestellt haben und es keine Probleme gibt, wenn die Zahl der Fliegen nicht zu groß wird.
Hallo H.G.,

ich sehe das wie du. Meine Mini-Kolonie ist hier zwar überhaupt nicht aussagekräftig, aber das, was ich erlebt habe, ist eine Selbstregulierung der Natur, die prima funktioniert. Niemals würden MSLF ihre eigenen Wirte komplett vernichten. Die Segler kommen damit absolut klar. Es ist ja vollkommen logisch, dass die Erstansiedlung der MSLF in neuen Kolonien niemals durch JV eingeschleppt werden kann. Also müssen sie die Altvögel mindestens 9 Monate lebend bei sich getragen haben und das bestimmt nicht als Puppe oder Larve. Wir sind da eben ein wenig Helikoptereltern für unsere Segler und meinen uns da regulierend einschalten zu müssen. Ich nehme mich da übrigens auch ganz bestimmt nicht aus. 😉

LG torsten
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H.-G.
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Re: Mauerseglerlausfliege

Beitrag von H.-G. »

MauerseglerBerlin hat geschrieben: Mo 23. Mär 2026, 22:32 Es ist ja vollkommen logisch, dass die Erstansiedlung der MSLF in neuen Kolonien niemals durch JV eingeschleppt werden kann. Also müssen sie die Altvögel mindestens 9 Monate lebend bei sich getragen haben und das bestimmt nicht als Puppe oder Larve.
Guten Morgen Torsten!
Bis vor ein paar Jahren bin ich auch von dieser Theorie ausgegangen. Ich schätze aber, dass das ein Fehlschluss war. Mauerseglerlaufliegen werden immer erst um die Zeit herum beobachtet, wenn die JV schlüpfen. Davor nicht. Das spricht schon dafür, dass das frisch geschlüpfte LF sind. Neun, zehn oder gar elf Monate wären auch eine extrem lange Überlebenszeit, noch dazu unter extremen Bedingungen.
Wie kommen sie dann in neue Nester? Ich nenne es mal "Benutzung des Nah- und Fernverkehrs". Ich habe es zwar nur einmal gesehen und da hat es auch nur beinahe geklappt, aber sie lauern im Einflugsbereich der Nistplätze. Jeder sich anhängende Segler ist ein potentielles Verkehrsmittel. Also werden vor allem Sucher die Ausbreitung ermöglichen. Ich sehe sie manchmal sekundenlang vor den Einflügen hängen - da könnten theoretisch ganze LF-Reisegruppen ein- und aussteigen. Ein weiteres Indiz für dieses Verhalten ist, dass - zumindest bei mir - Beobachtungen immer nur über ein paar Tage möglich sind. Sie scheinen wieder abzureisen. Auch die jeweils niedrige Anzahl an Puparien und deren weite Verteilung in meiner Kolonie spricht für diese Annahme. Man könnte die Puparien genetisch untersuchen. Dann würde deren Verwandtschaftsgrad diese Theorie untermauern - oder aber widerlegen. Das wäre aber Thema für eine Bachelor-, Master- oder Doktorarbeit.
Auch wenn das Zusammenleben meist unproblematisch ist, kann es für die Segler ab einer gewissen Manschaftsstärke belastend werden (es gab da doch 2022 oder 23 diesen Stream aus Holland). Bei Andreas hat im letzten Jahr ein Segler extrem nervös auf eine LF reagiert und diese sogar umgebracht. Eigentlich untypisch. Mir kommt gerade der Gedanke, ob es sich dabei nicht möglicherweise um eine andere, weniger spezialisierte LF- Art gehandelt haben könnte.
Last but least - bei mir erscheinen trotz regelmäßiger Reinigung jedes Jahr neue LF. Vermutlich gibt es größere Reservoirs in den wenigen Naturnestern der Umgebung. Wie es da aussieht, ist vielleicht weniger entspannt.
Also werde ich weiter reinigen, danach aber entspannt und interessiert beobachten.
Liebe Grüße H.-G.
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Re: Mauerseglerlausfliege

Beitrag von piwi »

Ein Mauersegler-Nistkasten ist oben über unseren Eingang und die letzte Zeit innrhalb von 1 Wochen hatten wir unten am Boden jeden Tag eine MS-Lausfliege. Die müssen dann wohl bein Anflug am Nistkasten abgefallen sein.
Wusste er garnicht was für Tiere es sind, nur nachdem ich es hier gelesen habe kann ich es einordnen.
Letztes Jahr lag ein toter Mauersegler nähe Nistkasten und hatte am Kopf eine dicke Lausfliege
die wohl im zuviel Blut gesaugtt hat.
Dachte erst an eine Zecke aber nun weiß es es besser.
Werde bein Säubern der Nistkästen mal genauer reinschauen.
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traudich
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Re: Mauerseglerlausfliege

Beitrag von traudich »

Auch ich habe in einigen Kästen Lausfliegen hier entdeckt.
@Piwi
Wenn du die Kästen reinigst die schwarzen Kügelchen entfernen denn das ist die nächste Generation der LF.
Das LF einen erwachsenen Mauersegler durch Blutentnshme töten kann, glaube ich nicht. Wenn die Krabbeltiere überhand nehmen, können sie sicherlich Küken schwächen und im schlimmsten Fall sicher auch töten. LG
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Re: Mauerseglerlausfliege

Beitrag von H.-G. »

Hallo Werner (@Piwi)!
Wenn Du im letzten Jahr eine Lausfliege "am Kopf" eines toten Seglers gefunden hast, wird Deine erste Einschätzung, dass es eine Zecke war, richtig gewesen sein. Lausfliegen bewegen sich wahnsinnig schnell auf einem Segler, würden niemals nur an einer Stelle sitzen. Außerdem halte ich es für unwahrscheinlich, dass sie einen Segler töten. Für Zecken im Kopfbereich habe ich das bei anderen Vögeln leider auch schon gesehen.
Die LF vor Deiner Haustür wundern mich auch etwas, denn so ganz einfach fallen die nicht runter. Hoffentlich keine weiteren Zecken. Deutliches Unterscheidungsmerkmal: LF haben kräftige Beine und auf dem Rücken zwei schmale, rudimentäre Flügel. Wenn sie vollgesogen sind, wirkt ihr Körper von oben gesehen leicht herzförmig. Und sie laufen eben sehr schnell. Vollgesogene Zecken haben einen bohnenförmogen Körper, wirken weisslich (LF eher grünlich) haben acht sehr kleine Beine und auch der Rest des Körpers ist nur 1 bis 3 mm groß. Können kaum laufen.
Ich drücke Dir die Daumen, dass Deine Segler von diesen Blutsaugern möglichst wenig belästigt werden. Mit LF kommen sie aber, wie Siegrid sich schon schreibt, normalerweise problemlos klar, auch wenn die in unseren Augen wie ganz üble Aliens wirken.
Liebe Grüße H.-G.
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Thömmes
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Re: Mauerseglerlausfliege

Beitrag von Thömmes »

Moin moin,

@piwi : die Lausfliege wird den Segler nicht getötet haben. Ich könnte mir auch, wie H.-G., vorstellen, dass es eine Zecke war. Eine Zecke am Kopf ist schlecht, da sie den Segler sehr beeinträchtigen kann, besonders in der Nähe des Auges, was zur Beeinträchtigung des Sehens führen kann. Dann hatte der Segler evtl. ein Anflugtrauma. Vielleicht hat er sich die Zecke aber auch erst auf dem Boden geholt, nachdem er vielleicht krankheitsbedingt oder durch einen Anflug niedergegangen war.

Ich behandle meine Kästen bei der herbstlichen Reinigung immer mit einem Sprühstoß Ardap. Das sorgt für absolute Parasitenfreiheit während der Aufzuchtperiode und bringt mir zumindest in dieser Hinsicht Sicherheit, bei wenigen Sekunden Aufwand pro Kasten und Jahr.

Liebe Grüße
Thomas
2026:
Kästen 26 (Projektbeginn 2017)
Erwartet 23 Segler
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