Hallo Siegrid und Torsten, hallo @alle!
Um mich ganz kurz an Eurer Diskussion zu beteiligen: man kann nicht nichts tun. Auch Nichtstun ist eine Entscheidung und kann sehr bewusst gewählt werden. Ich denke, dass die beste Option ist, nach bestem Wissen (und Können) verantwortungsvoll zu entscheiden. Und das machen wir doch auch, oder?
Zurück zum eigentlichen Thema Projekte: der GRS-Kasten.
Von dem, was ich gelesen habe, bin ich lange davon ausgegangen, dass der Gartenrotschwanz ein klassischer Höhlenbrüter ist. Früher hatte ich ihn eher für einen Halbhöhlenbrüter gehalten.
Meine wenigen eigenen Beobachtungen bestätigen eher den Höhlenbrüter, allerdings mit Besonderheiten. Die erste Brut, die ich als Kind kennlernten, war in einem hohlen Birnbaum, der Einflug wohl nur 50cm über dem Boden. Der Einflug bestand aus einem ca 15 cm hohen und vielleicht 3cm breiten senkrechten Spalt. Die zweite, ein paar Jahre spätere Brut, fand in einem alten, aus Naturstamm hergestellten Starenkasten statt. Neben dem Einflug fiel außerdem Licht durch einen langen Spalt, 5 bis 10 mm breit, der vom Dach bis zum Boden des Kastens verlief. Dieser Kasten stürzte im Herbst ab, wir befestigten den herrenlosen Kasten im Garten eines Freundes und er wurde gleich im ersten Frühling wieder vom GRS bezogen. Einen weiteren, wohl erfolglosen Brutversuch erlebte ich in einem tiefen HH-Brüter-Kasten.
Erst dann, viele Jahre später las ich im Forum von Bruten in MS-kästen. In der Senne scheinen GRS in ausgefaulten Spechthöhlen und den typischen Kästen mit hochovalem Loch zu brüten.
Allen diesen Höhlen ist gemeinsam, dass sie recht viel Licht auch beim Einfliegen einlassen: durch die eigentlich überdimensionierte Öffnung oder durch Spalten.
Meine Überlegung war, dass ich diesen Lichteinfall nachahmen will. Der Kasten soll außerdem eine gewisse Sicherheit gegen Waschbär, Marder und Katze bieten. Gleichzeitig groß, aber nicht zu groß sein, nicht zu schwer, wenn möglich etwas hitzegeschützt.
Und das kam dabei bisher heraus:

- Sehen so etwas nach Wellensittich- Kästen aus. Der Regenschutz fehlt noch
Lichteinfall durch den 5-mm-Spalt unter dem Dach. Der Einflug bewusst groß gewählt (40 mm) aber zu klein für Stare, Innenraum 13,5 x 13,5 x 28 cm. Um dem Ganzen mehr Tiefe zu geben, soll der Kasten später ungefähr so positioniert werden:

- Ich bin mir noch nicht sicher, ob ich den Winkel von 45° einhalten oder einen flacheren Winkel nehmen soll.
Der Kasten soll so ausgerichtet eerden, dass die kurze Dachseite ( links im Bild) nach Süden weist. Diese erhält einen hellen Regenschutz, besteht außerdem aus zwei Platten mit einer 1cm Styropor-Isolierung. Die rechte größere Dachseite würde nach Norden weisen. Hier ist weißer Regenschutz nicht ganz so zwingend erforderlich. Die Einflugöffnung würde dann nach Osten zeigen. Außer beim unteren Kästen da hatte ich noch nicht genug nachgedacht

.
Die Vorderfront wird von zwei Sechskantmuttern gehalten. Sie ist leicht zu öffnen. Wenn die Muttern fest genug angezogen werden, dürften sie auch für Waschbären nicht zu lösen sein. Da Waschbären Nistkästen gern auf den Kopf drehen, um an den Inhalt zu gelangen, soll der Kasten an zwei Punkten angeschraubt werden.
Zum Innenleben:

- Vorn eine zur Räuberabwehr eingeschraubte Leiste,ca 5 cm stark.
Die Leiste hat, wenn die Vorderwand eingesetzt ist zu dieser ca 10 mm Abstand. So hat z. B. ein brütender Vogel auch vom Nest aus den Einflug im Auge, kann den Partner früher erkennen. Raubsäugern soll es so unmöglich gemacht werden, ins Nest zu greifen, da sie nach der Latte nicht mehr die Kurve nach unten bekommen. Die linke Bodenplatte ist mit flachen Querschnitten aufgeraut, so dass Vögel dort leichter hochkommen.
Anstrich des Kastens ist mit Leinölfirnis vorgesehen. Ob das Material (OSB-Platte dem Wetter gewachsen ist, wird sich zeigen müssen.
Das soll für heute erst mal reichen. Verbesserungsvorschläge (bitte nur ernst gemeinte

) bitte einreichen. Ich werde mich spätestens melden, wenn ( möglichst bald) der erste Kasten hängt.
Ich hätte noch mehr geschrieben

, aber mir fehlt heute eine Stunde

.
Liebe Grüße H.-G.