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Claudia
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Re: Parasitenbestimmung auf Küken (Vorsicht, Fotos)

Beitrag von Claudia »

Kann das Nest für eine kurze Zeit angenommen werden?
Wenn es in eine Mikrowelle passt, dürften die Plagegeister nicht überleben. Und bei den Küken die Maden absammeln.
Bei Facebook gibt es eine Frau Ingrid Roeschke. Sie päppelt alkes auf und hat super viel Erfahrung. Wenn du sie kontaktiert, hat sie bestimmt Tips.
LG Claudia
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Mauersegler
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Frank
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Re: Parasitenbestimmung auf Küken (Vorsicht, Fotos)

Beitrag von Frank »

Katty, warum fragst du nicht einfach mal bei Wildvogel.org nach? Die helfen auch immer schnell. Diese Maden sollten denen sicher bekannt sein.
Dieses Ardap würde ich für die Nester auf keinen Fall nehmen. Das ist ja ein richtiges Biozidprodukt. Das kann für die nächste Brut nicht gut sein...

Ich reinige Kästen und Kunstnester immer mit heißem Wasser, über 60 °C und Druck.
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H.-G.
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Re: Parasitenbestimmung auf Küken (Vorsicht, Fotos)

Beitrag von H.-G. »

Guten Abend, Katty!
Wirklich kein schöner Anblick ;( . Goldfliegenmaden hätte auch ich nicht angenommen. Die sogenannten Pinkies aus dem Angelbedarf lasse ich manchmal für meine Geckos sich verpuppen und schlüpfen. Die sehen gleichmäßiger rosa aus und haben keine dunklen Stellen. Es gibt nun verschiedene Goldfliegenarten. Eine davon befällt Kröten. Auch in der Humanmedizin werden manchmal Goldfliegenmaden zur Wundreinigung eingesetzt. Es gibt hier tatsächlich Fleischfresser. Vielleicht also doch?
Schade, dass die Maden bereits tot sind. Die größeren sehen so aus, als hätten sie sich bald verpuppen können. Dann wäre die Art wahrscheinlich besser zu bestimmen gewesen. Dazu reicht es meist, die Made in einen durchsichtigen Behälter mit etwas Substrat zu geben (ein paar Sägespäne oder etwas Nestmaterial) und bei Raumtemperatur aufzubewahren. Dort sollte sich die Made spätestens nach ein paar Tagen verpuppen. Etwa ein bis zwei Wochen später könnte dann die fertige Fliege schlüpfen und ihr Geheimnis preisgeben. Selbst wenn die Made noch nicht ganz ausgewachsen war, wird sie es auf jeden Fall versuchen; dann würde die Fliege eventuell etwas kleiner bleiben.
Ich hoffe mit Dir, dass Du aber keine weitere Gelegenheit bekommst, das ausprobieren zu müssen. Auf dass Deine Schwalben in ihrem weiteren Leben davon verschont bleiben.
Liebe Grüße H.-G.
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Tine
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Re: Parasitenbestimmung auf Küken (Vorsicht, Fotos)

Beitrag von Tine »

Guten Morgen Kathy und Frank.
Wir haben letztes Jahr, lange bevor unsere Mehlis kamen, deren Nester mit Ardap besprüht weil sich eine Art Milben darin befanden. Die Schwalben brüten heuer wie gewohnt - alle Nester sind belegt und es gibt auch schon viel Nachwuchs. Ihnen hat Ardap anscheinend nicht geschadet. Liebe Grüße Tine.
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Thömmes
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Re: Parasitenbestimmung auf Küken (Vorsicht, Fotos)

Beitrag von Thömmes »

Hallo Zusammen,

es handelt sich um Protocalliphora spec. (Vogelblutfliege). Das habe ich nicht selbst bestimmt, sondern es stand im anderen Forum.
Die Maden leben vom Blut der Jungvögel und sind oft tödlich für die gesamte Brut.
http://www.insektenbox.de/zweifl/proazu.htm
Es gibt 3 Arten in Deutschland.

Ich würde es wie Tine halten. Bei der Enge und teils extremen Parasitenlast in Schwalbennestern ist die Behandlung mit einem für Tiere zugelassenen Insektizid die einzige sinnvolle Maßnahme. Natürlich würde ich das bei laufender Brut nicht empfehlen, sondern im Herbst oder Winter nach der Reinigung der Nester. Dann sind im Frühjahr höchstens noch winzige Spuren davon vorhanden. Das reicht aber, dass sich über die Brutsaison erst gar keine relevante Parasitenbelastung entwickelt. Dann hat Mensch und Schwalbe seine Ruhe und man muss aus diesen Gründen schon mal nicht eingreifen und die laufende Brut stören.
Gerade in Zeiten extremer Klimaveränderung mit wochenlangen Dürren und Hitzeperioden entwickeln sich Parasiten noch viel schneller und massenhafter in den Nestern der ohnehin schon von den Umweltveränderungen stark betroffenen Schwalben.

Liebe Grüße
Thomas
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Katty
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Re: Parasitenbestimmung auf Küken (Vorsicht, Fotos)

Beitrag von Katty »

Danke Thomas, ich wollte gerade auf das Ergebnis verweisen. Es ist echt nicht zum Aushalten, dass innerhalb von 5 Tagen so eine Flut von diesen Dingern entstanden ist. Ich habe das alte Nest luftdicht verpackt über Nacht in den Gefrierschrank gelegt. Vorher natürlich gesäubert, aber sicher ist sicher. Ich werde es gleich für das nächste Umsetzen vorbereiten. Ob das alles gutgeht? Die Küken sind sehr ruhig und werden wenig gefüttert. Ich mache mir allergrößte Sorgen. :-(
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wiba
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Re: Parasitenbestimmung auf Küken (Vorsicht, Fotos)

Beitrag von wiba »

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Elisabeth
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Re: Parasitenbestimmung auf Küken (Vorsicht, Fotos)

Beitrag von Elisabeth »

Katty hat geschrieben: Mi 21. Jun 2023, 22:08 Ich habe mir nach Durchlesen der verlinkten Beiträge jetzt Ardap bestellt, für die nächste Brut der Rauchschwalben. Oder kann ich evtl. jetzt schon das nächste Tauschnest für die jetzigen Küken damit besprühen oder wäre das eher schädlich für sie?
Hallo Katty,
Ardarp ist ja auf Basis von Permethrin.
https://de.wikipedia.org/wiki/Permethrin

Es gibt aber auch eine natürliche Variante von diesem Gift. Ist aber natürlich trotzdem Gift.
https://de.wikipedia.org/wiki/Pyrethrum

Die Meinungen gehen da etwas auseinander, was nun besser verträglich ist.
Ich würde eine Präperat mit natürlichem Pyrethrum bevorzugen, da dieses eine geringere Halbwertzeit hat.
Unter Sonnenlichteinfluß zerfällt es sehr schnell.
https://www.futura-sciences.com/de/pyre ... rden_3626/
Für Fische ist es allerdings sehr giftig, es sollte nicht in Gewässer gelangen.

Damit könntest Du auch das Ersatznest einsprühen und es ein paar Stunden später in die Sonne stellen.
Es darf sogar im biologischen Landbau verwendet werden.
https://www.neudorff.de/rat-hilfe/forum ... raege.html

Ich bin eigentlich strikter Gegener von allen Insektiziden. Aber wenn schon, wäre mir eine natürliche Variante lieber.
Am besten wäre eine natürliche Vorbeugung. Du kannst ja mal versuchen getrockneten Wurmfarn und Rainfarn in der Nähe der Nester aufzuhängen. Vielleicht hilft es ja. Ich habe mit aufgehängtem Wurmfarn erfolgreich die rote Vogelmilbe aus dem Hühnerstall vertrieben. Den Tipp hatte mir ein Hühner- und Taubenzüchter gegeben.

Weiterhin alles Gute für die Schwalbenkinder!

@Thomas,
Danke für die Auflösung. Ich hatte mich bei den ganzen anderen Fliegenmaden auch gewundert, weil die ja eigentlich kein Blut saugen. Habe aber bei meiner Recherche auf die Schnelle nichts finden können.
Seltsam, dass diese Fliege auf den gängigen Seiten, die Vogel-Außenparasiten behandeln, nicht aufgeführt ist.

Heute habe ich noch einen interessanten Artikel gefunden.
https://www.scinexx.de/news/biowissen/d ... lutsauger/
Ist zwar eine andere Fliegenart, aber sie saugt ebenfalls Blut. Auch dort wurde mit Permethrin während der laufenden Brutsaison behandelt.
Liebe Grüße
Elisabeth
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Re: Parasitenbestimmung auf Küken (Vorsicht, Fotos)

Beitrag von Katty »

Vielen lieben Dank für die ganzen Tipps von Euch, das hilft mir enorm weiter. Ich habe gerade zufällig dieses gräßliche Tierchen aus dem Nest krabbeln sehen. Das Nest hängt dort jetzt 21 Stunden, Erstbenutzung, gestern getauscht. Ich besorge jetzt das pflanzliche Mittel und bereite das nächste Nest damit vor. Außerdem bringt mein Mann Heimchen mit, da die Kleinen auf mich sehr schwächlich wirken und nicht wirklich viel gefüttert wird. Bei der erwarteten Unwetter-Front wird bis morgen sicher nicht viel Futter zusammenkommen. Also werde ich zufüttern. Das Futterhaus hat leider keine ganz kleinen Heimchen mehr, nur mittlere und große. Ich friere die ein, taue ein paar in lauwarmen Wasser auf, trockentupfen und füttern. Da taucht nun die nächste Frage auf: Die Küken sind jetzt 12 Tage alt, Beine von den Heimchen entfernen oder nicht?

Viele Grüße

Katty
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Elisabeth
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Re: Parasitenbestimmung auf Küken (Vorsicht, Fotos)

Beitrag von Elisabeth »

Katty hat geschrieben: Do 22. Jun 2023, 14:50 Da taucht nun die nächste Frage auf: Die Küken sind jetzt 12 Tage alt, Beine von den Heimchen entfernen oder nicht?

Viele Grüße

Katty
Hallo Katty,
die Tierärztin, die letztes Jahr meinen zu leichten Jungvogel gepäppelt hat, gab folgenden Tipp:
Heimchen in Tupperdose einfrieren, dann vor dem Auftauen kräftig schütteln.
Dabei fallen alle Heimchenbeine ab. :thumbup:
Liebe Grüße
Elisabeth
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