Liebe Mauersegler-Freunde,
jetzt auch von mir ein Update aus dem Nordosten, nachdem sich die enorme Hitze (erstmal) verzogen hat.
Es kam am Sonntag genau so wie von Dir Samstag Abend prophezeit, H.-G., erwartungsgemäß eigentlich… nur dass statt eines nun sogar zwei JV bäuchlings durch den Kasten gerobbt sind. Dank Kamera konnte ich sie dann allerdings auch dabei sehen, wie sie beim Einflug eines AV flugs zurück am oder auf dem Nest waren. Seitdem mache ich mir um diese Familie entschieden weniger Gedanken. Sie scheinen mit den gemäßigteren Temperaturen ihre Beweglichkeit zurückgewonnen zu haben und sind offenbar gut beieinander.
Allerdings könnte das Zurücksetzen am Samstag Abend schon geholfen haben, denn da waren sie völlig platt.
Gänzlich andere Lage bei den bisher unbesetzten Nistkästen. Der amtierende Hofnarr, äh - Star möchte „seine“ Pfründe partout nicht teilen. Schlimm genug, dass er drei (!) Nachbarfamilien Segler dulden muss, aber irgendwann darf seiner Meinung nach auch mal Schluss sein.
So kann ich ihn förmlich hören, wenn er sich mit Inbrunst und voller Wucht einem Segler entgegenschmeißt, der die Stirn hat, einen bisher freien Kasten anzufliegen. Nicht dass er der Besetzer wäre, aber wer teilt schon gerne? Der gibt echt alles und als Segler würde mich das zugegebenermaßen stark beeindrucken.
Gestern und heute hat er es jedenfalls geschafft, jeweils einen anfliegenden Segler zu Boden zu bringen. Ist zum Glück nichts Schlimmes passiert, die attackierten MS sind fit und konnten weiterfliegen.
Aber es hört einfach nicht auf… da kann ich schon froh sein, dass zumindest von den Dächern der Pfosten-Burgen keine Attacken mehr geflogen werden. An der geduckten Haltung der aufhockenden Stare konnte ich zum Schluss recht punktgenau abschätzen, wie weit die Segler noch entfernt waren.
Zum Glück scheint das die MS nicht nachhaltig abzuschrecken, hier sind die Streaming Parties in vollem Gang & mein abendfüllendes Programm; besser als jede seichte menschengemachte TV Unterhaltung.
Durch den eingeschränkten Blickwinkel ist es schwierig zu schätzen, aber ich gehe von bis zu 50 Seglern aus, die sich zum Teil in Trauben an die Dreier- und Vierer-Pfosten-Burgen schmeißen und manchmal paarweise Richtung Boden trudeln. Viele, sehr viele Anflüge -vor allem der bereits besetzten Kästen- gestern und heute, gelegentlich auch der leeren Kästen — mit den geschilderten Auswüchsen.
Insofern wäre ich dankbar, wenn die (2.!) Starenbrut langsam mal ausziehen könnte, das würde die Lage deutlich entspannen. Der bräsig aus dem Loch hängende Nachwuchs-Star sieht sowieso so aus, als würde er gleich platzen
Ich beobachte hier auch, dass erfahrenere AV die „Spielerei“ der Sucher meistens recht gelassen aussitzen; oft genug ist gar kein AV bei den Jungen und es passiert auch nichts. Das ist zumindest anzunehmend immer dann der Fall, wenn unmittelbar nacheinander beide Eltern in einen Kasten schießen.
Mag sein, dass die BV gut einschätzen können, dass die Sucher ihre Flugkünste noch nicht genug ausgefeilt haben, um überhaupt in einen Nistkasten einzusteigen.
Gelegentlich gibt es mal lautstark Mecker, wenn einer seinen Kopf zu lange in den Privatbereich gesteckt hat, aber meistens sparen sich die BV die Mühe.
Soweit für heute, allen etwas Entspannung nach dem wortwörtlich schweißtreibenden Wochenende.
Liebe Grüße von Kerstin
Nistkästen rund ums Haus: ~ 60; in der angrenzenden Feldmark nochmal genau so viele
Stare: 20 Kästen/ 20 BP, aktuell 10 Zweitbruten
Haussperlinge: 15 Nistkästen, nicht alle belegt, aber auch Zweit- und Drittbruten,
Kohlmeisen
Blaumeisen
MS-Nistkästen: 13 (1 seit 2026 mit Kamera)
2024: 9 BP
2025: 9 BP
2026: 10 BP