Moin moin,
momentan herrscht hier echtes Antiwetter. Ein Sturmtief jagt das nächste in einem sehr unterkühlten Juni. Dementsprechend ist kaum etwas los und über Tag gibt es nur seltene Brutwechsel und Futterflüge. Erst ab 21.45 gibt es mehrere Rückkehrer und auch noch hastige Wechsel und letzte Fütterungen.
Eigentlich wollte ich gar nicht raus bei den Bedingungen. Irgendetwas hat mich raus getrieben und das war genau richtig. Gegen 22.13 kamen noch BV zurück und auf einmal sah ich diesen dunklen Schatten, der einen einfliegenden BV verfolgte

Ich habe sofort reagiert und laut geklatscht und geschrien, worauf der Sperber vor Erreichen des Kastens abdrehte und "Kniegas" gab. Von der Außencam wurde er nicht mehr erfasst, da war ich schnell genug. Ein paar Sekunden später flog der nächste BV ein und das wäre es wohl für die Brut gewesen, wenn ich nicht draußen gewesen wäre.
Trotz des miesen Wetters und kaum Aktivität muss der Sperber die Situation schon vorher ausbaldowert haben und sich die Zeiten gemerkt haben, wann es erfolgversprechend ist. Vielleicht war er auch schon vorher erfolgreich. Das sehe ich leider nicht sofort und die Kameraaufzeichnungen sind bei den düsteren Bedingungen und vollgeregneter Linse auch nicht toll.
Ich hoffe, das war erstmal ein Punktsieg. Es trübt allerdings sehr die Freude, da es ja nicht der Sinn ist, ein Prädatorenbuffet hier zu etablieren. Ein Bisschen Risiko ist Natur, aber bei dem massiven Rückgang an Kleinvögeln und einer Spezialisierung vieler Prädatoren auf die letzten Seglerbestände hat das eine andere Qualität. Also ist Beten und Hoffen für den Rest der Saison angesagt.
@Alle: zu den Schwegler Nestern Nr. 18 habe ich auch häufig gehört, dass sie atemberaubend schnell besiedelt werden. Das Prinzip überdimensionales Schwalbennest scheint genau den optischen Vorlieben der suchenden Segler zu enstsprechen. Für Erstansiedler, die schon lange warten, oder Fahrt in den Aufbau einer Kolonie bringen wollen, wäre das sicher eine lohnende Investition. Ein Nachteil ist, dass man nicht gut mehrere Reihen untereinander hängen kann, da die Lücken dazwischen natürlich ideal für kletternde und fliegende Prädatoren sind. Man könnte sie aber super als zweite Reihe unter Holzkästen hängen. Nach Besiedlung lassen sie sich auch ruck zuck weiß streichen. Ich glaube allerdings nicht, dass die Segler weiße Kästen meiden. Bei mir hat das gut funktioniert und auf der Nordostseite des Hauses unter dem nur 5m hohen Dachüberstand ging die Besiedlung erst richtig los, nachdem ich die Kastenfronten weiß gestrichen hatte. Die Einflüge heben sich dann optisch sehr gut ab.
@Claudia : ich wünsche Dir einen angenehmen Aufenthalt an der Nordsee und eine vollständige Wiederherstellung Deiner Gesundheit. Gegen die lauten Möwen würde Ohropax helfen.
Allen wünsche ich ein schönes Wochenende und bloß keine Kalamitäten bei unseren immer seltener werdenden Lieblingen.
Liebe Grüße
Thomas