Fragen und Antworten rund um den Mauersegler, Vorstellung von Projekten und Kolonien
Karin Bo
Beiträge: 3
Registriert: Di 23. Jun 2026, 14:22

Neu hier

Beitrag von Karin Bo »

Liebe Mauersegler-Freunde,
ich heiße Karin und wohne im südlichen Landkreis von Celle, also in der Südheide. Mein Haus ist ein Einfamilien-Holzhaus. In der Umgebung gibt es recht viele Schwalben (besonders in den Pferdeställen), aber nicht viele Mauersegler.
Ich spiele mit dem Gedanken, langfristig Mauersegler-Nistkästen am Haus anzubringen und wünsche mir dafür Hilfe und Erfahrungsberichte. Kann ich Nistkästen bedenkenlos am Holzhaus anbringe, oder gibt es dann evtl. Ungeziefer, das sich dahinter ansiedelt? Und bleibt die Hauswand sauber, oder wird sie vom Kot bekleckert? Man liest schon, ich kenne mich noch nicht sehr gut aus.
Der Giebel vom Haus ist 8 Meter hoch, die Kästen wären entsprechend tiefer. Sie müssten an der Ostseite angebracht werden, dort ist es etwas wettergeschützter. Da ich nur ca alle 5 Jahre ein Gerüst aufstelle zum Lasieren der Holzwand, sind die Kästen so lange auf sich selbst gestellt, ich käme zwischendurch also nicht ran. Was für Kästen wären empfehlenswert? Wie viele sollte ich bestenfalls anbringen? Ich möchte fertige Kästen anschaffen, also nichts selber bauen. Ist eine Beschallung wirklich notwendig oder werden Nistkästen auch von alleine gefunden? Und was mache ich, wenn sich andere Vögel ansiedeln? Und kann es auch sein, dass sich z.B. Wespen oder Hornissen in den Mauersegler-Nistkästen ansiedeln? So viele Fragen...
Über Ideen und Anregungen würde ich mich sehr freuen. Ich bin nicht jeden Tag online, also nicht wundern wenn meine Antworten etwas auf sich warten lassen.
Vielen Dank schon mal im Voraus! Gruß, Karin
Krisi_pw
Beiträge: 2
Registriert: Di 30. Jun 2026, 20:38

Re: Neu hier

Beitrag von Krisi_pw »

Hallo Karin & Hallo alle Andere,

ich schließe mich hier an, ich bin auch neu und sag Hallo.

Also ich kann dir meine Erfahrungen mitteilen - bin aber auch kein Profi, bin ich auch hier zum Lernen, möchte mich mehr für diese wunderbaren Vögel einsetzen.

- Nest: ich habe ein originales Doppeschwalbennest, also aus Lehm. Seit ich ein Kind bin, sind die Schwalben jedes Jahr da. Ich habe vor ein Kunstnest dazu zu hängen, das wird gerne angenommen, wenn schon andere da sind. Wie, was, wo wann möchte ich noch nachlesen in den div. Foren. Auch wie man eine Lehmpfütze bauen kann und wie man sie sonst noch unterstützen kann usw.
Wir haben auf den Baustellen auch nach der Sanierung Kunstnester angebracht - da hat uns eine vogelkundige Fachperson unterstützt, in Österreich sind die Vögel zum Glück sehr streng geschützt und man macht sich strafbar, wenn man saniert und Nester entfernt - finde ich gut, deshalb immer mit Unterstützung arbeiten. Diese neuen Kunstnester aus Holzbeton wurden bei uns sehr gut angenommen. Es waren Schwalben bei den Orten bereits in der Nähe und uns wurde damals gesagt, dass die immer wieder umherfliegen und dann Plätze zum Bauen und Beziehen suchen. Dh die wurden einfach bezogen.

Zu deinen Fragen:
- Hauswand beschmutzt: Meine Hauswand war immer ein bisschen schmutzig, wobei nicht so stark, aber am Boden war immer alles sehr schmutzig. Ich hab voriges Jahr ein Kotbrett angebracht und habe es nach der Saison gereinigt und dann wieder montiert. Das hat alles super sauber gehalten. Das Kotbrett aus Holz habe ich gut 50cm unter dem Schwalbennest angebracht, dass sie gut rein fliegen können. Und das ich es demontieren kann zum putzen. Vielleicht kann dir wer anders beantworten wie man da am Besten tut, wenn man es nicht säubern kann und ob das was macht. Dazu habe ich noch zu wenig Erfahrung.

-Wo: Meine Schwalben sind Ostseitig am Haus angesiedelt. Unter dem geschützten Dachvorsprung. Mein Nest hängt ca. in 5m Höhe.
Ich habe dieses Jahr die anderen Nester im Dorf begutachtet und die sind eigentlich alle eher östlich angeordnet. Meine Schwalben haben genug Platz zum Rausfliegen, das ist wichtig.
Wenn man sie beobachtet, kann man viel von ihnen lernen.
Karin Bo
Beiträge: 3
Registriert: Di 23. Jun 2026, 14:22

Re: Neu hier

Beitrag von Karin Bo »

Vielen Dank Krisi für Deine Antwort.
Bisher habe ich es so verstanden, dass Mauersegler ganz andere Nistkästen brauchen als Schwalben, oder?
Hast Du auch Mauersegler-Kästen?
Die Schwalben brauchen hier keine Unterstützung, dazu gibt es mehr als ausreichend in den Pferdeställen.
Aber Mauersegler gibt es nicht so viele. Ich beobachte sie manchmal aus der Hängematte, wie sie weit oben am Himmel kreischen. Und hoffe einfach, sie eines Tages hier ansiedeln zu können.
Benutzeravatar
Frank
Beiträge: 570
Registriert: Sa 19. Mär 2022, 23:14

Re: Neu hier

Beitrag von Frank »

Hallo Karin und Krisi!

Herzlich willkommen im Mauersegler Forum! 🙂🙋‍♂️

Seid uns bitte nicht böse, wenn sich hier nicht sofort jemand meldet. Die letzten Tage mit der großen Hitze waren eine große Herausforderung für alle. Da bleibt manch ein Beitrag im Forum etwas auf der Strecke... entschuldigt bitte...

Zu deinen Fragen @Karin.
Natürlich kannst du Seglerkästen auch an einem Holzhaus anbringen. Nur fest genug muß das natürlich sein, damit sie bei voller Belegung nicht herunter fallen können.
Ansonsten wirst du mit den ewigen Plagegeistern, wie Lausfliegen, Wanzen und Flöhen leben müssen. Die wird man einfach nicht los. Keine Chance... Deshalb jede noch so kleine Ritze schließen und zeitig vor der Ankunft der Segler den Bereich um die Kästen vorbeugend mit Ardap einsprühen.
Mit etwas Schmutz wirst du rechnen müssen, wobei das sich bei den Seglern eher im Rahmen hält. Segler verursachen nicht halb so viel Schmutz, wie Schwalben.
Bei Schwalben ist es wichtig, wie Krisi es schon schreibt, ein Kotbrett unter den Nestern anzubringen. Das verhindert ne Menge Schmutz.
Kontraproduktiv schätze ich ein, daß du Karin, da nur alle 5 Jahre an die Nester kommst.
Die Nester sollten schon allein wegen der ganzen Parasiten zu jedem Saisonende intensiv gereinigt werden.
Ansonsten überwintern die Parasiten und sind in der neuen Saison dann doppelt und dreifach vorhanden. Das ist weder für die Altvögel und schon gleich gar nicht für die Jungen gut.
Welche Kästen man da nimmt, kann man vielleicht im Forum nachlesen. Natürlich gehen auch gekaufte.
Es melden sich bestimmt noch andere User zu dem Thema.
Ein Beschallung ist in der Ansiedlungsphase auf jeden Fall wichtig und notwendig!
Woher sollen die Segler wissen, daß es bei dir neue Unterkünfte gibt... 🙂
Zum Thema Besiedelung anderer Vögel kann ich nur empfehlen, im Forum zu suchen und nachzulesen. Viele User verschließen ihre Kästen und öffnen sie erst kurz vor Ankunft der Segler.
Das wird bei dir aber nicht möglich sein, wenn du da nicht ständig heran kommst.
Auch ist dies ein großer Nachteil, wenn man im Notfall mal eingreifen muß.
Natürlich ist es auch möglich, daß sich Wespen oder Hornissen darin ansiedeln.
Ich würde mich jedenfalls riesig darüber freuen, wenn ich sie in einem Kasten hätte... 😊
Wobei sich das nach Ankunft der Segler, leider sicherlich von alleine regelt.
Die Richtung der Kästen ist eigentlich "relativ" egal, wobei die Beschattung und der Schutz vor Prädatoren oberste Priorität haben!
Beste Richtungen sind Osten, Westen und Norden.
Bei mir hingen die Schwalbennester auf dem Balkon in Richtung Süden. Wichtig daran war aber, daß sie im Abstand von 1,60 m zur Außenkante an der Wand hingen und mit dem darüberliegenden Balkon vollständig überdacht waren. Alles auch relativ kühler Beton, Plattenbau also.
WBS 70 Blöcke aus der DDR sind euch vielleicht ein Begriff...

Viel Erfolg und einfach im richtigen Forum immer wieder einklinken und fragen!
Es gibt fast immer Hilfe und Antworten anderer User. Manchmal nicht gleich aber irgendwann ganz sicher... 😊

Liebe Grüße Frank
Benutzeravatar
H.-G.
Foren-Unterstützer
Beiträge: 1715
Registriert: So 1. Mai 2022, 20:44
Wohnort: 33415 Verl
Infos zur Kolonie: Erste erfolgreiche Brut 2012
Aktuell 35 Nistplätze, 5 davon in Starenkästen

Re: Neu hier

Beitrag von H.-G. »

Hallo Karin, hallo Krisi!
Auch ich möchte Euch ganz herzlich willkommen heißen! Frank hat schon Recht: die letzten heißen Tage haben uns schon einiges abverlangt.
Doch nun zu Euren - recht verschiedenen Vorstellungen. Einiges hat Frank ja schon beantwortet. Er ist im Forum eher ein Vertreter der Mehlschwalben-Fraktion, ich bin mehr Mauerseglerianer. Da werden die Antworten leichte Unterschiede aufweisen, die darin ihre Ursache haben.
Fangen wir ganz chronologisch bei Dir, Karin an. Ein Holzhaus ist kein Hindernis für eine Mauersegler-Ansiedlung. Es kommt mehr auf die Höhe und die Ausrichtung an - beides sieht bei Dir gut aus. Ich weiß leider nicht, wie das bei Holzbauten wärmetechnisch aussieht. Dabei gehe ich mal davon aus, dass Holz die Wärme speichert und abgibt und dabei ziemlich warm werden kann. So würde es Sinn machen, an einem heißen Tag mal nachmittags die Temperaturen am Ostgiebel zu messen. Du wirst dann schnell feststellen, ob der Ort geeignet ist. Von der Himmelsrichtung her sollte das aber klappen.
Ungeziefer ist bei den Mauerseglern meist kein Problem. Es treten meist irgendwann Mauersegler-Lausfliegen (kurz Mlf) auf, aber Wanzen und Milben sind mehr ein Problem der Mehlschwalben, bei denen diese auch deutlich gefährlicher sind. Mlf sind nur während der Saison aktiv und fallen außerhalb der Kästen normalerweise nicht auf. Ich habe bei inzwischen über 150 Bruten noch nie eine außerhalb der Kästen gesehen. Sicher wäre es besser, wenn Du die Kästen im Herbst reinigen könntest, aber es sollte auch ohne gehen. Da Mauersegler bei Naturbruten jahrelang die selben Nistplätze nutzen und diese möglichst nie aufgeben, werden sie da gut angepasst sein. Fremdnutzung durch Spatzen, Stare, Hornissen oder Wespen ist nie auszuschließen. Als bestes Mittel dagegen fällt mir der von @Markus entwickelte steuerbare Nistkastenverschluss ein. Was die verschiedenen Nistkastenmodelle betrifft, so hast Du freie Auswahl. In der letzten Zeit stellte sich im Forum der Schwegler Nr. 18 als Wunderwaffen gegen zu langes Warten auf Mauersegler heraus. Nicht ganz preiswert, aber offensichtlich ein Joker in der Ansiedlung. Schmutz ist bei Mauerseglern selten ein Problem. Es wird mal den einen oder anderen Strich an der Hauswand geben, aber das kann nach zwei Tagen oder zwei Jahren das erste Mal passieren. Vor meiner Garage wird mein Auto vielleicht alle zwei Wochen einmal getroffen. Dabei fliegen dort am Ende der Saison manchmal an die 100 Segler ihre Runden. Wenn Du das auf eine Anfangsbelegung von zwei bis drei Paaren herunterrechnest, bleibt da nicht viel. Lediglich aus Kästen mit tief oder unten liegenden Einflügen fällt schon mal der Kot der JV. Der lässt sich aber meist wegfegen, da er trockener als z.B. Schwalbenkot ist. Unter meiner Balkonkastenreihe mit insgesamt 15 belegten Kästen musste noch nie extra gefegt werden.
Da ich wie viele besser gucken als denken kann, wäre es hilfreich, wenn Du ein Foto der Situation vor Ort einstellen kannst. Dann können wir unsere Vorschläge konkreter machen.
So, jetzt habe ich so viel geschrieben, dass ich die Antwort an Dich, Krisi, auf morgen verschieben (kommt aber bestimmt!).
Liebe Grüße H.-G.
30 + 5 Nistplätze, 26 Kameras

2024: 26 von 34 Plätzen belegt, 56 JV/23 Nester, 3 VPs
2025: 66 JV in 29 Nestern, eine erfolgreiche Vierer-Brut
2026: 82 JV in 32 Nestern, eine erfolgreiche Vierer-Brut, 1-2 VP
Benutzeravatar
H.-G.
Foren-Unterstützer
Beiträge: 1715
Registriert: So 1. Mai 2022, 20:44
Wohnort: 33415 Verl
Infos zur Kolonie: Erste erfolgreiche Brut 2012
Aktuell 35 Nistplätze, 5 davon in Starenkästen

Re: Neu hier

Beitrag von H.-G. »

Guten Morgen Krisi!
Ein weiteres Mitglied aus Österreich? Ich würde mich freuen, denn wenn ich das richtig in Erinnerung habe, bist Du die Nr. 2. Also mit einem Mal doppelt so viele Österreicher im Team :thumbup: ;) .
Dein Schwerpunkt sind offensichtlich Mehlschwalben und ich finde es gut, dass die bei Euch besser untetstützt werden als am vielen Orten bei uns. Ich bin gespannt, ob Dein Kunstnest schnell angenommen wird, teile aber Deinen Optimismus. Du kannst uns ja berichten. Zu guter Letzt noch ein Hinweis, der ja auch bei Frank schon vorkam: Versuche die Nester gegen Parasiten zu behandeln. Die scheinen bei Mehlschwalben oft ein Riesenproblem zu sein. Auch Dein Naturdoppelnest könntest Du nach der Saison mit behandeln. Die "Mehlis" werden es Dir danken.
Und - solltest Du Bilder Deiner Nester und ggf deren Bewohner einstellen können, würde ich mich sehr freuen.
Liebe Grüße H.-G.
30 + 5 Nistplätze, 26 Kameras

2024: 26 von 34 Plätzen belegt, 56 JV/23 Nester, 3 VPs
2025: 66 JV in 29 Nestern, eine erfolgreiche Vierer-Brut
2026: 82 JV in 32 Nestern, eine erfolgreiche Vierer-Brut, 1-2 VP
Karin Bo
Beiträge: 3
Registriert: Di 23. Jun 2026, 14:22

Re: Neu hier

Beitrag von Karin Bo »

Hallo Frank und H.-G., vielen Dank für Eure Antworten!
Die Planung beginnt mir jetzt richtig Spaß zu machen.
Aber so ein Schwegler-Kasten Nr. 18 ist echt teuer, dafür dass es nur für 1 Brutpaar ist... Da nehme ich lieber zwei 3er Nester und wünsche mir zu Weihnachten von der Verwandtschaft Zuschüsse. Oder gibt es irgendeinen Umwelt-Verband, der sich aus Artenschutz-Gründen finanziell am Neukauf beteiligt? Reichen 6 Brutplätze für den Anfang aus?
Und wie genau geht das mit der Beschallung? Mache ich das Fenster auf und stelle meinen Lautsprecher auf die Fensterbank?
Fotos werden folgen.
Die Holzwand von meinem Haus heizt sich tagsüber nicht nennenswert auf, das ist anders als bei Steinhäusern. Dennoch waren ja auch hier fast 40 Grad Lufttemperatur, das lässt sich ja nicht ändern. Die Ostseite hat immerhin ab einer gewissen Uhrzeit morgens Schatten von Nachbars Bäumen.
Im kleinen Giebel an der Nordseite könnte ich theoretisch auch einen Kasten anbringen, der wäre aber nur ca 3 Meter hoch. Das ist viel zu wenig, stimmt's?
Viele Grüße von Karin
Klärchen
Beiträge: 20
Registriert: Do 18. Jun 2026, 13:53
Wohnort: Dannenberg

Re: Neu hier

Beitrag von Klärchen »

Hallo Karin,
auch wenn die Mauersegler dafür bekannt sind, gerne Nistkästen in größeren Höhen zu beziehen, muss Deine Nordwand mit ca. 3m Einflughöhe kein endgültig ausschließender Hinderungsgrund sein. Ich habe hier inzwischen 7 Kästen unter der Traufe eines Bungalows hängen, die mit viel gutem Willen gerade mal auf 3m kommen, davon sind drei seit Jahren belegt, zwei in Inspektion und einer ohnehin gerade erst frisch installiert. Die hochgelegenen Kästen der 4er-Burg würde ich dagegen liebend gern abbauen oder „umsiedeln“, weil sie den ganzen Tag sonnenbeschienen sind, aber das hieße, 4 Brutpaare obdachlos machen…
Viel wichtiger ist m.E. also der freie Anflug und vor allem Hitzeschutz, der auf der Nordseite eindeutig eher gegeben ist als auf jeder anderen Seite des Hauses.

Andererseits geht es bei Dir ja auch um eine Erstansiedelung bzw. neu zu überzeugende Segler. Da, sagt die Erfahrung, ist das Optimum gerade gut genug, weil es ansonsten eine gefühlte Ewigkeit dauern kann, bis die ersten Segler das neue Revier für sich entdecken — siehe dazu die vielen Berichte hier im Forum.
Fazit aus meiner Sicht wäre deshalb, mehrere Nist-Möglichkeiten an verschiedenen Stellen anzubieten, Stare und Spatzen in die Ansiedelung einzubeziehen (als sogenannte Zeigervögel), zusätzlich akustisch und visuell (mit Silhouetten, ebenfalls mehrfach hier diskutiert) zu locken und gaaaaanz viel Geduld zu haben.
Bei meinen Eltern sind seit Jahren sämtliche Kästen in großen Höhen unbesetzt -trotz Interesse von Mauerseglern-, bei mir haben die ersten Segler Starenkästen annektiert und inzwischen auch die oben erwähnten niedrigen Kästen unter der Traufe angenommen. Es lässt sich einfach nicht vorhersagen…
Die Konstellationen sind immer individuell, kaum vorhersehbar und jedesmal aufs Neue überraschend, aber für diese faszinierenden Vögel in jedem Fall die Mühe wert!
Ich möchte Dich deshalb ermutigen, alles zu lesen, was andere Menschen hier oder anderswo zum Thema schreiben und daraus für Deine spezielle Situation das Bestmögliche abzuleiten oder „herauszuholen“. Vielleicht kannst Du auch mal Fotos von Deinen Gegebenheiten hier einstellen, damit andere sich mit Tipps beteiligen können.

Für mich ist dieses Forum trotz meiner erst kurzen Teilnahme jetzt schon eine Goldgrube an Information und Erfahrungsberichten aus erster Hand und ich wünsche Dir von Herzen ähnliche Ermutigung; wenn es mal etwas dauert, bis eine Antwort kommt, ist es vielleicht der Wetterlage und Sorgen um „eigene“ Kolonien geschuldet.

Ich bin gespannt zu erfahren, wie es bei Dir weitergeht, welche Inspriration Du für die kommende Saison mitnimmst und umsetzen möchtest.
Gerne wird jemand/erfahrene MS-Enthusiasten hier im Forum auf weitere Fragen antworten, wenn sie sich ergeben, das kann ich aus eigener Erfahrung sagen.
Herzliche Grüße aus Dannenberg in die Nordheide
von Kerstin
Nistkästen rund ums Haus: ~ 60
angrenzende Feldmark nochmal genau so viele
Stare 2026: 21 Kästen/20 BP, 10 Zweitbruten
Spatzen 26: 15 Kästen, nicht alle belegt, auch Zweit- und Drittbruten,
Kohlmeisen
Blaumeisen

MS-Nistkästen: 14 (seit 2026 1 mit Kamera)
2024: 9 BP
2025: 9 BP
2026: 10 BP
Klärchen
Beiträge: 20
Registriert: Do 18. Jun 2026, 13:53
Wohnort: Dannenberg

Re: Neu hier

Beitrag von Klärchen »

Nochmal @Karin,
nach einigen Jahren mit Mauerseglern bin ich persönlich von Mehrfach-Nistkästen komplett abgekommen, weil die bei mir und meinen Eltern überhaupt nicht angenommen worden sind. Mauersegler mögen offenbar gerne Eigenheime, gerne in Quer-Richtung, damit sie nicht von ihrer dunklen Nest-Ecke aus direkt ins Freie schauen. Sprich, das Einflugloch in der Längswand, also quer zur Längsrichtung des Nistkastens.

Nach Deiner Schilderung klingt es so, als ob die Ostseite Deines Hauses die beste Wahl für MS-Kästen ist, wenn dort die Einflughöhe und freie Flugbahn gegeben sind. Auch die Beschattung durch hohe Bäume ist sehr zu begrüßen.

Selbstbauten aus Holz sind natürlich erheblich kostengünstiger als ausgerechnet Schwegler oder andere hochpreisige, aber womöglich bieten letztere dafür hochwertige, weil langlebige Lösungen, die auf lange Sicht dann doch ihren Preis -wert sind.
Ein der Witterung ausgesetzter Holzkasten hält mit Glück zwischen 5 und 10 Jahren und muss danach ersetzt werden. Bei einem einzelnen Teil noch kein Problem, bei 20 oder gar 50 Kästen schon.
Und bei den Mauerseglern ist wegen der großen Nitplatztreue jede Maßnahme potenziell ein Generationenprojekt, denn schon nach dem Gesetz dürfen bestehende Nistplätze nicht entfernt werden und wir streben ja ohnehin das Gegenteil, den Schutz der Vögel, an. Da sind langfristige Pläne ganz klar zu bevorzugen.

Vielleicht reicht auch eine „Wunderwaffe“ Schwegler 18 als „Kristallisationspunkt“ für Ansiedelung und andere Segler folgen nach, ungeachtet der dann angebotenen Nistmöglichkeiten…
Bei Kleinanzeigen gibt es manchmal gebrauchte Holzbeton-Kästen.

Unterstützung von Naturschutzverbänden ist meiner Meinung nach nicht zu erwarten, weil es da selten überschüssige Ressourcen gibt. Vielleicht wäre es denkbar, wenn es um eine Schule oder Kindergarten ginge und ein Lehrauftrag mit der Ansiedlung von Seglern verbunden wäre; aber wenn Du Dich darum kümmern möchtest, wäre ich neugierig auf das Ergebnis.
Es ist einfach insgesamt ein Abwägen zwischen den verschiedenen Faktoren und Möglichkeiten.

Mit diesem zweiten Roman entlasse ich Dich jetzt aber erstmal in die Weiten dieses unerschöpflichen Forums und denke, dass Du bei der Fülle an Information sicher auch schon einige Antworten findest.
Ansonsten gerne weiter fragen, es wird sicherlich weitere Rückmeldungen geben.

Nochmals liebe Grüße in die Südheide (!) von Kerstin