Als wir vor ein paar Tagen Dauerfrost hatten, ist die Anzahl der Futterplatzbesucher nur leicht angestiegen. 4 bis 6 Blaumeisen, etwas weniger Kohlmeisen. Rotkehlchen und Kleiber einzeln, vielleicht ein Halbes Dutzend Haussperlinge, hin und wieder auch mal ein kleiner Schwarm Schwanzmeisen. Bei den Amseln ist das Geschlechterverhältnis genau 1 zu 1, was aber bei einem einzelnen Paar auch nicht schwer zu ermitteln ist. Buchfink und Heckenbraunelle in diesem Winter bisher Fehlanzeige.
Dann gibt es noch die beiden - wie ich sie nenne - "Staubsaugerarten": Ringeltaube und Dohle. Diese "saugen" sicher mindestens zwei Drittel des Futters weg; die Tauben mehr den Körneranteil, die Dohlen bevorzugt die gefetteten Haferflocken. Ringeltauben kamen hier schon immer zu Besuch. Die Dohlen haben die Futterstelle in den letzten 5 Jahren für sich erschlossen und nutzen seit 2 Jahren auch beide Futterhäuser. Wenn ich bedenke, dass sich hier jeden Abend viele Dohlen in den umgebenden Bäumen und auf dem Kirchturm sammeln, sicher mehrere hundert (!), dann habe ich es mit 3 bis 4 Paaren am Futterplatz noch recht gut getroffen. Ich frage mich allerdings, ob dadurch kleinere Vögel nicht vergrämt werden (auch wenn ich noch nie Übergriffe seitens der Dohlen beobachten konnte).
Amseln haben hier seit dem ersten Usutu-Ausbruch stark nachgelassen. Davor warteten morgens an kalten, schneereichen Wintertagen bis zu 30 von ihnen in den umgebenden Bäumen und Sträuchern auf die erste Fütterung des Tages und verbrauchten dann auch bis zum Abend 1-2 kg Fettfutter. Durch die verringerte Anzahl an Amseln stehen Beeren (Feuerdorn, wilder Wein) viel länger auch anderen Arten zur Verfügung. Als es noch viele Amseln gab, waren die Sträucher spätestens Anfang November abgeräumt.
Ich beobachte in diesem Jahr, dass einige Landwirte vermehrt die Gründüngung auch im Winter auf den Feldern stehen ließen. Das könnte für einige Arten eine gute Alternative über den Winter sein, zumal der Anteil an Sonnenblumen hier nicht gering ist. Dadurch könnte der Anteil der Futterplatzbesucher verringert werden.
Mit dieser Art von Konkurrenz käme ich aber sehr gut klar
LG H.-G.
