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Vogelfrim
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Forcierungsmöglichkeit des Bruterfolges beim Wendehals

Beitrag von Vogelfrim »

Der Andreas hat mich gebeten hier in dieser Rubrik über meine erfolgreichen Vogelschutzaktivitäten zu berichten:
Große Erfolge haben ich bei der Forcierung des Bruterfolges beim Wendehals. Im Jahr 2020 habe ich dazu eine Feldstudie erstellt und im Jahrbuch 2020 der Ornithologischen Arbeitsgemeinschaft in Unterfranken Region 2, veröffentlicht. Wenn ihr den Titel "Forcierungsmöglichkeiten für den Bruterfolg beim Wendehals" bei Google eingebt, dann könnt ihr meine Vorgehensweise in Kapitl XII ab Seite 214 genau verfolgen. Natürlich waren die Bemühungern dafür recht aufwendig. Aber sie haben sich gelohnt. bis zum Jahr 2022 konnte ich meine erfolgreichen Bruterfolge auf über 40 Bruten steigern. Leider habe ich jetzt in 2023 auch hier die erste Prädation durch den Waschbären entdeckt. Bisher hatte ich keine Verluste. Das liegt zum Einen daran, dass der Waschbär erstamalig die verstreut hängenden Kästen erst einmal entdecken muß. Hat er Erfolg, wird er immer wieder kommen. Zum anderen versuchte ich die Kästen schon damals möglichst tief zu bauen. Das war aber in dem prädierten Kasten nicht der Fall. Er wurde umgehend entfernt und wird jetzt nachgebessert. Gleichwohl wird der Wendehals sehr viel weniger prädiert als z.B. die Kohlmeise, die meist ihr Nest sehr hoch baut und damit dem Abgriff sehr leicht ausgesetz ist. Der Wendehals schmeißt ja bekanntlich das Nest des Vorbesitzers, wenn dieser nicht schon größere Jungvögel hat, samt Eiern (auch eventuell seine Artgenossen) aus der Bruthöhle und beläßt nur noch Nistmaterial in geringer Höhe darin.
Hier kurz das Wichtigste, wem der Artikel zu lesen zu lang ist:
Geeignetes Biotop suchen, kurzrasige, offene Landschft, Streuobst, etc
Kasten möglichst tief bauen, aber noch besser das Flugloch tiefer ansetzen und dahinter ein "L"-förmiges Brettchen einbauen, damit der Waschbär bei allen Vogelarten nicht mit der Pfote hinunter greifen kann.
Das Flugloch 35mm !, zur Not geht 32mm, aber gängige Forstnerbohrer gibt es eh mit 35mm
Brutraummaße ab 150qcm,
verschraubte Kontrollöffnung,
2cm Sägespäne auf Brutraumboden
Aufhängung Abwurfsicher
Kasten ab Ende der Brutzeit verschlossen halten und erst ab 10.4. des Jahres öffnen, das erhöht die Wahrscheinlichkeit der Ansiedlung des WHes ungemein und begünstgt auch den Trauerschnäpper im Streuobst.

Zu der Waschbärproblematik werde ich später berichten: Wie man Prädationen erkennt, welche Maßnahmen zur Abwehr nötig sind, welche Maßnahmen ungeeignet waren, wie man welche Kästen am besten nachbessert, welche Nachteile die Nachbesserungen haben, wie der Trauerschnäpper trotz Nachbesserungen auch den Kasten annimmt, Neubau eines geigneten Waschbär sicheren Kastens, möglichst einfach und kostengünstig, Vor- und Nachteile von verschiedenen Bauformen und Material, etc.

Weiter viel Erfolg bei euren Vogelschutzbemühungen.

Es grüßt euch Friedhelm Dittmar