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Mauersegler-Ankunft 2024: Karte und Meldungen
Fragen und Antworten rund um den Mauersegler, Vorstellung von Projekten und Kolonien
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H.-G.
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Re: Fotos unserer Kolonien

Beitrag von H.-G. »

Hallo Bruno!
Wenn Du frühere Posts von mir gelesen hast, weißt Du wahrscheinlich, dass ich der "white is beautiful"-Fraktion angehöre. Ich habe damit sehr gute Erfahrungen gemacht; Hitzeschutz und Auffinden der Einflugöffnungen werden gleichzeitig optimiert. Zu Anfang spielte sicher der Wunsch eine Rolle, dass ich beim Nistkasten im Giebel ( das Foto findest Du etwas weiter oben) die gleiche Farbe wie die Fassade haben wollte. Die Segler flogen ab da die Öffnungen aber viel gezielter an.
Mit dem Sonnendach und dem doppelten Boden hast Du ja schon einen guten Beitrag zum Hitzeschutz geleistet. Auf dem Foto ist deutlich zu erkennen, dass der untere Teil des Kastens noch von der Sonne erfasst wird. Das mag aber auch an der Jahreszeit liegen: wenn die Sonne im Sommer höher steht, kann es sein, dass der besonnte Streifen schmaler wird oder ganz wegfällt.
Was den Unterschied im Aufheizen von dichten und belüfteten Kästen betrifft: ein gut isolierter, dichter Kasten heizt sich langsamer auf als ein belüfteter. Wenn es in der Umgebung kühler ist, also an warmen Tagen morgens, wird es im isolierten Kasten durch Wärmeabgabe der Bewohner noch etwas wärmer sein. Mit steigenden Temperaturen steigt im belüfteten Kasten dann auch zügig die Innentemperatur der Außentemperatur nach. Im isolierten dichten Kasten passiert das viel langsamer.
Nur wenn die Temperatur im Kasten höher als die Umgebungstemperatur ist, bringt der undichte Kasten Vorteile: durch den Luftaustausch hält sich die Temperatur im Bereich der Umgebungswärme. Falls die Außentemperatur aber mal auf über 40°C ansteigt, wird es im belüfteten Kästen aber ebenfalls so heiß. Wenn der Kasten sich durch Sonneneinstrahlung direkt aufheizt, also wärmer als die Umgebung wird, hilft die Lüftung; der Kasten kann sich auf Umgebungstemperatur herunterkühlen. Im isolierten, dichtem Kasten steigt die Temperatur erst mal deutlich langsamer. Das hängt u.a. auch davon ab, wie viel Wärme durch die Einflugöffnung eindringt (Windrichtung kann da auch eine Rolle spielen) und wie viel Wärme die Bewohner produzieren. Der einzige Nachteil ist, dass der Kasten langsamer abkühlt, wenn es draußen kälter wird.
Weiße Farbe führt in beiden Fällen dazu, dass es z.T. deutlich später heiß im Kasten wird (hilft also immer!).
Im günstigsten Fall würde die Lüftung in einem MS-Kasten immer dann geöffnet, wenn's darin wärmer als in der Umgebung ist, aber nur bei hohen Außentemperaturen. Das ist schwer zu bewerkstelligen, würde zumindest mich deutlich überfordern ;( .
Mit fällt auf Deinem Foto aber ein weiterer Vorteil Deines Nistkasten auf: die Fassade ist hell. Die wird sich an heißen Sommertagen langsamer erwärmen, dazu kommt noch die Lage nach Westen, die das noch positiv unterstützt.
Insgesamt also schon jetzt gute Voraussetzungen. Überleg Dir das mit dem weißen Anstrich in Ruhe. Du hast ja noch etwas Zeit.
LG H.-G.
P.s. Solltest Du noch weitere Fragen zum Thema Hitzeschutz haben, treffen wir uns am besten in dem Thema "Hitzeschutz für Nistkästen" wieder.
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Markus
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Re: Fotos unserer Kolonien

Beitrag von Markus »

Hallo Bruno ,
Bruno hat geschrieben: Fr 25. Nov 2022, 15:38 Im Forum berichtet Beja, daß im Vergleich der belüftete Kasten eine höhere Temperatur hatte als der unbelüftete.
Zitat Beja: Warum ist es in der "zugigen Hütte" 2 °C wärmer, als im Vergleichskasten?
Das kann ich im Moment nicht nachvollziehen.
Dieses Meßergebniss hatte ich wirklich nicht erwartet!
Die Messungen/Messwerte im Kasten allgemein sind natürlich auch lageabhängig. Ist zb. unter dem Kasten ein aufgeheitztes Ziegel oder
Blechdach kann von unten auch wärmere Luft in den "belüfteten" Kasten einströmen.
Hier wären dann mehrere Messungen tagsüber sinnvoll um zu sehen wie lange sich die Hitze im Belüfteten/unbelüfteten Kasten hält.

LG
Markus
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H.-G.
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Re: Fotos unserer Kolonien

Beitrag von H.-G. »

Meine Kolonie im Juni 2022
Meine Kolonie im Juni 2022
Hallo Freunde!
Wie bereits im November versprochen, möchte ich nun so langsam aber sicher meine kleine, aber feine Kolonie in Bildern vorstellen. Ich werde mich an die Reihenfolge der Nistkastengruppenbesiedlung halten. Dabei habe ich zu Anfang manches nur intuitiv gemacht, hätte mit dem Wissen, das mir durch das Internet und insbesondere hier im Forum zur Verfügung gestellt wurde, manches ganz anders gemacht. Aktuell versuche ich, Fotos am Computer in meine Beiträge einzubinden. Falls mir das nicht gelingen sollte, werde ich mich an der richtigen Stelle melden ;) .
Das Foto zeigt einen beschrifteten Überblick über die gesamte Kolonie (Ein ähnliches Foto hatte ich ja schon im November hochgeladen). Wenn alles gut geht, werde ich in den nächsten Tagen den Giebelkasten vorstellen, der die erste erfolgreiche Brut brachte und auch heute noch das Herzstück meiner Seglersiedlung ist.
Bis bald H.-G.
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Markus
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Re: Fotos unserer Kolonien

Beitrag von Markus »

Hallo H.-G.
H.-G. hat geschrieben: Mo 16. Jan 2023, 15:48 Das Foto zeigt einen beschrifteten Überblick über die gesamte Kolonie.
Wenn alles gut geht, werde ich in den nächsten Tagen den Giebelkasten vorstellen, der die erste erfolgreiche Brut brachte und auch heute noch das Herzstück meiner Seglersiedlung ist.
Tolle Brutplatz-Anlage :thumbup:

Ich bin schon sehr auf Deine Ausführungen gespannt.

Immer wieder hatten wir im Forum auch Diskussionen wie nahe sich unsere Segler in Sachen Nistplatz tolerieren.

Vielleicht könntest Du noch diese Kästen markieren, welche bei Dir belegt sind, das wäre super.

LG
Markus
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Andreas
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Re: Fotos unserer Kolonien

Beitrag von Andreas »

Hallo H.-G.,

das wird interessant, danke für die Bilder! Inwieweit sich die Mauersegler bei Dir in direkter Nachbarschaft gegenseitig tolerieren, wäre auch für mich spannend. Ich schätze, bei mir sind die Fluglöcher in etwa so weit voneinander entfernt wie bei deiner Balkonkastenreihe.

Im Sommer geht bei Dir bestimmt die Post ab, wenn die Mauersegler Party machen :P
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H.-G.
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Re: Fotos unserer Kolonien

Beitrag von H.-G. »

Markus hat geschrieben: Mo 16. Jan 2023, 16:49 Vielleicht könntest Du noch diese Kästen markieren, welche bei Dir belegt sind, das wäre super.
Hallo Markus!
Eine gute Idee :thumbup: .Wird gemacht. Fa sich ja auch die Frage stellt, wie abstoßend bzw wie anziehend Nähe ist, werde ich da, wo's daraufankommt, auch die Reihenfolge der Besiedlung berichten.
Andreas hat geschrieben: Mo 16. Jan 2023, 17:43 Inwieweit sich die Mauersegler bei Dir in direkter Nachbarschaft gegenseitig tolerieren, wäre auch für mich spannend. Ich schätze, bei mir sind die Fluglöcher in etwa so weit voneinander entfernt wie bei deiner Balkonkastenreihe.

Im Sommer geht bei Dir bestimmt die Post ab, wenn die Mauersegler Party machen :P
Hallo Andreas!
Ich glaube, dass der Abstand bei Deinen Einflugöffnungen gut ausreicht. Waren bei Dir nicht sogar zwei nebeneinanderliegende Nistkästen belegt?
Was die Post betrifft - die geht hier im Sommer wirklich ab. So, dass unser Verler Heimatverein schon auf die Idee gekommen ist, ich solle zu dem Thema im Sommer eine Führung machen. Wer kann da schon "Nein" sagen :lol: .
Euch beiden und allen weiteren Mitlesern alles Gute! Der Zeitraum bis zur Rückkehr unserer Lieblingsvögel steuert ja schon in Riesenschritten auf die Zweistelligkeit zu :)
Liebe Grüße H.-G.
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Re: Fotos unserer Kolonien

Beitrag von Andreas »

Das stimmt: Bei mir ist das zweite Paar direkt neben dem ersten eingezogen. Was ich bisher so gelesen habe, ist das aber wohl eher die Ausnahme?
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Rabber01
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Re: Fotos unserer Kolonien

Beitrag von Rabber01 »

Markus hat geschrieben: Mo 16. Jan 2023, 16:49 Hallo H.-G.

Immer wieder hatten wir im Forum auch Diskussionen wie nahe sich unsere Segler in Sachen Nistplatz tolerieren.

Vielleicht könntest Du noch diese Kästen markieren, welche bei Dir belegt sind, das wäre super.

LG
Markus
Hallo Markus, H.-G. und Mitleser.
Zu dieser Thematik stelle ich mal einige Bilder von mir ein. Hier gelingen offensichtlich wegen zu geringem Abstand keine weiteren Kolonieerweiterungen.

Kolonie Huntestrasse 20
image021-1.jpg
image021-1.jpg (38.98 KiB) 1852 mal betrachtet
Aussen-1.1.jpg
Aussen-1.1.jpg (55.06 KiB) 1852 mal betrachtet



Seit 2017 ist es durchgängig bei einem Brutpaar geblieben. Ist der Einflugabstand zu gering???



Kolonie Westenseite 21 - Westen

WS21-innen-1.jpg
WS21-innen-1.jpg (97.76 KiB) 1852 mal betrachtet
P1100464-1.JPG
P1100464-1.JPG (65.02 KiB) 1852 mal betrachtet


Seit 2016 beworben. Erste Brut in 2020 seither Erweiterung auf 3 Kästen mit dem größten Einflugabstand. Besiedelt sind die Kästen 1, 4 und 5.


Kolonie Westenseite 21 - Nord

P1110560-1.JPG
P1110560-1.JPG (74.66 KiB) 1852 mal betrachtet

Hier scheint sich in 2023 ein zweites Paar anzusiedeln.

Kolonie Hinrichsmeyer

P1110752-1.JPG
P1110752-1.JPG (132.05 KiB) 1852 mal betrachtet
P1110817-1.JPG
P1110817-1.JPG (127.96 KiB) 1852 mal betrachtet

Diese Kolonie hat sich ohne Anlocken kontinuierlich besiedelt. Seit zwei Jahren wird in allen Kästen gebrütet.
30 Nisthilfen an 10 Standorten
19 Brutpaare - 1 Verlobungspaar
37 Jungvögel (z.Teil geschätzt)
4 Nisthilfen m. Kameratechnik
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H.-G.
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Re: Fotos unserer Kolonien

Beitrag von H.-G. »

Teil 1: Der Giebelkasten (fast ein Roman ;) )
DSC_0337.JPG
Anfang der 2000-er Jahre hatte ich zum ersten Mal einen halbherzigen Versuch unternommen, um Mauersegler bei mir anzusiedeln. Nach heutigem Wissen war der Versuch zum Scheitern verurteilt, da ich den Kasten, den ich unter der Dachtraufe anbrachte, viel zu versteckt und unauffällig anbrachte. So war auch der Erfolg gleich Null (ok - Kohlmeisen und Stare fanden den gar nicht so schlecht :P ).
2007 kam es in dem Nachbarhaus, in dem ich seit meiner Kindheit immer Mauersegler einfliegen sehen konnte, zu einem Besitzerwechsel. Da umfangreiche Renovierungsarbeiten anstanden machte ich mir Sorgen, ob die Nistplätze erhalten werden könnten (sie wurden erhalten, was ich aber zu dem Zeitpunkt nicht wusste).
Nach dem Misserfolg des 1. Kastens erschien mir Höhe der mögliche Schlüssel zum Erfolg. Ich baute einen 3-Etagen-Kasten, den ich von außen vor das Giebelfenster hängte. Im Falle einer Ansiedlung hätte ich die Bewohner vom Dachboden aus durch das Fensterglas beobachten können. Der Kasten wurde mehrfach modifiziert (runde Einfluglöcher, 3x6 cm Einfluglöcher erst auf dunkelem, dann auf weissem Grund, Lockrufe neben dem Kasten, später aus einer Nistkammer). Die Einfluglöcher auf weissem Grund führten zu ersten erkennbaren Flugänderungen der am Nachbarhaus fliegenden Suchergruppen.
Erst 2011 kam es zu ersten Einflügen - ein Traum schien in Erfüllung zu gehen! Die Enttäuschung folgte auf dem Fuß: 2 Brutversuche in der unteren Nestkammer endeten mit zerstörten Gelegen. Ich hatte damals Nesträuber in Verdacht. Heute weiß ich, dass die Mauersegler das bei innerartlichen Kämpfen selbst erledigt haben.
Wohl angeregt durch die Bilder, die ich im Internet von Erich Kaisers Dachbodenkolonie fand, kam mir die Überlegung, ob es nicht besser wäre, die Nistkammer geschützt auf dem Dachboden anzubringen und die Segler vom Fenster aus dahinzuleiten. Hier wäre dann ja auch mehr Platz, durch die Dämmung des Daches auch besserer Temperaturschutz. Das Fenster könnte dann ja solange der Kasten benötigt wird, ausgehängt werden.

Paint Giebelkasten 2.1.png
Nach einigem Überlegen baute ich ein dreiteiliges System für 6 Nistplätze. Der erste Teil (äußerer Durchgang) besteht aus einer Platte, die vor der Fensteröffnung befestigt wird. Oben auf der Platte ist ein überstehender Blechstreifen befestigt, der Regenwasser das von der darüberliegenden Wand herunterläuft, abtropfen lassen soll (Westseite!). In der Platte befinden sich 6 Einflugöffnungen für MS, dahinter regalartig Bretter, die die Vögel in drei "Etagen", die in der Mitte geteilt sind, bis zur Tiefe des Fensterrahmens leiten. Dahinter schließt der innere Durchgang an, ebenfalls eine Art Regal, das die Bewohner bis zum Nistkasten weiterleitet. Dahinter folgt schließlich der eigentliche Nistkasten, 6 Kammern in 3 Etagen, jede ca. 25cm x 45cm, 20 cm hoch. Die Nistmulden aus 3cm starkem Schaumstoff befinden sich jeweils in den dunkelsten geschützten Ecken. Die Rückwand besteht aus Glasscheiben, die in einer Nut laufen und die ich bei Bedarf aufschieben kann, die ich natürlich auch für Beobachtungen oder zur Kontrolle nutzen kann. Mit einem Vorhang aus schwarzen Fleecedeckenstreifen kann ich den Kasten abschirmen, falls auf dem Dachboden mal Licht gemacht werden muss.
Screenshot 2023-01-18 233918 + paint.png
Screenshot 2023-01-18 233918 + paint.png (1.01 MiB) 1870 mal betrachtet
2012 flog ein Paar gleich die Einflugöffnung an, die an der Stelle der im letzten Jahr belegten Kammer lag (Kammer 6, unten links). Die Veränderunden im Innenraum schienen sie nicht (wesentlich) zu stören. Es kam zu einer Brut, 3 Eier, aber nur ein Jungvogel. Leicht abweichend gefärbt mit mehr weiss an den Federspitzen. Gelegentliche Einflüge besonders in die beiden oberen und unteren Öffnungen gab es fast täglich.
2013 wurden die beiden unteren Kammern belegt, je 3 Eier. Nach einem schweren Kampf in Kammer 6 wurde jedoch das Nest in Kammer 5 verlassen. Ich vermutete schon damals einen Fehleinflug, es kann aber auch sein, dass mein Trennen der Kontrahenten (einer hing mindestens 20 Minuten im Eingang fest) dafür verantwortlich war. Wieder wurde in Kammer 6 ein Jungvogel flügge, der aber wie alle seine weiteren Nachfolger normal gefärbt war.
Um die Gefahr weiterer Fehleinflüge zu verringern beschloss ich, die Einflugöffnungen optisch verschieden zu gestalten. Bisher war über jeder Öffnung eine dünne Leiste schräg angebracht, die an der Front herunterlaufendes Regenwasser an den Öffnungen vorbeileiten sollten. diese "Regendächer" wurden nun verändert, Kammer 6 behielt die alte Leiste.

2014 und -15 wurden die diagonal gegenüberliegenden Kammern 1 und 6 belegt. 2+3 und 3+3 JV wurden flügge.
2016 und -17 wurden obere und untere Etage komplett belegt, es verließen zwischen 10 und 12 JV die Nester.
Ich bin damals (zum Glück) nicht auf die Idee gekommen, dass der geringe Abstand (8,5cm) zwischen den beiden Einflugöffnungen der mittleren Etage eine Besiedlung verhinderte. Mir war aufgefallen, dass es in diesen Nistkammern immer deutlich heller war als in den vier anderen, da durch die mittige Lage der Öffnungen mehr Licht auch bis zu den Brutmulden gelangte. Deshalb verengte ich den inneren Durchgang der mittleren Etage mit Sperrholz, sodass es hier in etwa so dunkel wurde wie in den anderen vier Kammern.
2018 wurde auch in der mittleren Etage das erste Mal gebrütet, ab 2019 waren immer alle Kammern belegt. Die Anzahl der betrug aber maximal 12, da mal in einer Kammer nicht gebrütet wurde oder durch Rolleier oder kleinere Gelege bessere Ergebnisse verhindert wurden.
2020 habe ich die Ränder der Nistmulden erhöht, um ein unabsichtliches Wegrollen von Eiern zu erschweren. Es traten aber keine wesentlichen Veränderungen ein, so dass ich davon ausgehe, dass Eier meist aktiv entfernt werden.
DSC_0420.1.jpg
2022 hatte ich hier mein bisher bestes Ergebnis: 5 Dreier- und ein Vierer-Gelege. Im Vierer Gelege fand ich erst beim Reinigen einen mumifizierten sehr kleinen JV. Außerdem wurde aus diesem und einem weiteren Nest je ein Ei verrollt, so dass an Ende 16 junge Segler auf die Reise gingen.
Warum diese so umfangreiche Vorstellung eines Nistkastens? Zuerst einmal natürlich, weil es mir Spaß gemacht hat. Dann aber auch, weil ich bei der Vorstellung Eurer Kolonien keine vergleichbaren Kästen gefunden habe. Gerade an kleinen Giebelfenstern kann man so eine recht komfortable Nistgelegenheit anbieten (Komfortabel für Segler und Beobachter). Mir fallen z.B. Koloniebilder von Michi und Spyr ein, wo ein innenliegender Kasten funktionieren könnte.
in der Hoffnung, eure Geduld nicht überstrapaziert zu haben, verabschiede ich mich für heute.
Liebe Grüße H.-G.
P.s. Die Vorstellung der anderen Kolonieteile wird mit Sicherheit viel kürzer ausfallen. Übrigens spielen die oben erfolglos ausgemusterten Kästen da dann doch noch eine Rolle ;) . Die Geschichte geht weiter ;)
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Re: Fotos unserer Kolonien

Beitrag von Markus »

Hallo H.-G.
H.-G. hat geschrieben: Do 19. Jan 2023, 00:55 in der Hoffnung, eure Geduld nicht überstrapaziert zu haben
für mich in keinem Fall, was für ein toller Bericht und Kolonie :thumbup:

Kaisers Einfluss ist deutlich erkennbar. ;) :thumbup:

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