Auf der Jagd nach Tierstimmen

Hier werden technische Fragen und Probleme aller Art behandelt
H.-G.
Beiträge: 98
Registriert: So 1. Mai 2022, 20:44
Wohnort: 33415 Verl

Re: Auf der Jagd nach Tierstimmen

Beitrag von H.-G. »

Hallo Siegrid!
Leider fehlen mir die technischen Möglichkeiten und der Gedanke, dass sie die Bruthöhlen ausloten könnten, ist noch ziemlich neu. Die Nester, die ich gut erreichen kann, sind komplett belegt und da möchte ich nicht stören.
LG H.-G.
30 Nistplätze,
2021: 15 belegt, 13 erfolgreich, 25 (bis 30)JV
2022: 42 JV in 17 Nestern, 2(-3) Brutaufgaben
Kamera (noch) keine
Benutzeravatar
traudich
Beiträge: 1641
Registriert: Di 6. Dez 2016, 19:25
Wohnort: Niedersachsen

Re: Auf der Jagd nach Tierstimmen

Beitrag von traudich »

Ich habe meinen Fledermausdetektor schon mal bereitgelegt und werde mich demnächst mal auf die „ Lauer“ legen. Vielleicht kann ich ja etwas einfangen.
Gehst du davon aus, dass sie ganztägig so aktiv sein könnten oder nur in der Dunkelheit.
Auffällig ist ja auch, wie zielsicher der Ausflug der Jungtiere bei der Dunkelheit ist🤔
LG
Nistkästen: 26 (alle mit Kamera)
Brutpaare: 17
Eier: 39
Küken: 37 davon ausgeflogen: 45
Adoptivküken: 12
VP:1 Handaufzucht: 1 :)
Benutzeravatar
Thömmes
Beiträge: 247
Registriert: Mi 28. Jun 2017, 00:43

Re: Auf der Jagd nach Tierstimmen

Beitrag von Thömmes »

Hallo Zusammen,
H.-G. hat geschrieben:Die meisten von uns haben schon zu ihrem Leidwesen erlebt, dass ein Sperber oder Baumfalke zu Besuch kommt. Was dann passiert, ist immer das gleiche: die Mitglieder der Kolonie weichen aus und es sammelt sich eine wild durcheinanderfliegende Gruppe, die höher als der Prädator hinter ihm herfliegt, z.T. mit kurzen Scheinangriffen und ihn aus dem Koloniebereich eskortiert. Soweit so gut. Was mir aber auffällt ist, dass diese Verfolgung in absoluter Stille abläuft. Ok, die MS sind optisch gut orientiert, aber die Organisation der "Verfolgung" geht so schnell vonstatten, dass ich mir da etwas mehr als bloße Optik vorstellen kann.

Hier gehören diese Prädatoren zum Dauerprogramm, noch ergänzt um mehrere Wanderfalken, die täglich über dem Haus sind. Da sich vieles hier in ca. 15 bis 20 m Höhe abspielt höre ich auch gut die kurzen Warnrufe der Segler worauf sich dann wild kreisend meist weitere Segler hinzu gesellen und den Feind verwirren und nerven. Während dieser Phase des wilden Kreisens hört man ständig diese Rufe. Für meine Ohren klingen sie dunkler als die Srieh Rufe und sind viel weniger weit zu hören. Wenn sich das Ganze im hohen Luftraum abspielt, höre ich das nicht.

Dieses Verhalten habe ich bisher nur bei gutem Wetter und mehr Seglern im Luftraum festgestellt. Brutvögel bei schlechtem Wetter bleiben lieber sehr unauffällig.

Salanganen (Collocaliini) nutzen, wie Fledermäuse, Ultraschall, um sich in dunklen Höhlen und Räumen zu orientieren. Da dürfte die Hörgrenze 20kHz bei weitem überschreiten.


Liebe Grüße

Thomas
2022:
Kästen 30 (Projektbeginn 2017)
Erw. 11 Segler (2021 8 Segler)
Ankünfte: 1.MS 29/4/22, 2. 7/5 (1 BP komplett), 9. u. 10.5. 6 weitere MS (3 BP kompl., 2 Singles), je 1 MS 11. u 12.5., letzter MS 16/5 (alle 11 da)
BP: 5 (1 Altsegler vom Sperber geschlagen)
VP: 1
H.-G.
Beiträge: 98
Registriert: So 1. Mai 2022, 20:44
Wohnort: 33415 Verl

Re: Auf der Jagd nach Tierstimmen

Beitrag von H.-G. »

Moin zusammen!
@ Thömmes: Danke für den Tipp mit den Gefahrrufen. Habe ich bisher nicht wahrgenommen, hatte aber auch immer höhere Töne erwartet. Werde mal bewusst darauf achten, wenn sich die Chance ergibt. Naturgemäß trifft dieser Fall ja meist unerwartet ein und ich bin natürlich auch nicht traurig, wenn meine Segler keine Prädatoren zu Besuch haben.
Was die Sache mit den Ultraschall-Tönen der Salanganen betrifft, ist mein Gedankengang folgender: nah verwandte Arten haben oft entwicklungsbedingt ähnliche Fähigkeiten. Es wäre daher theoretisch möglich, dass auch unsere MS diese Fähigkeit (noch) haben und dann auch bei Bedarf einsetzen können. Die Tatsache, dass das einen gewissen Sinn ergibt, heißt natürlich noch lange nicht, dass das auch so ist. Wenn jemand das Rätsel lösen kann - schön - wenn nicht, gehören die MS für mich trotzdem immer noch zu den faszinierendsten Lebewesen, die ich kenne.
Liebe Grüße H.-G.
30 Nistplätze,
2021: 15 belegt, 13 erfolgreich, 25 (bis 30)JV
2022: 42 JV in 17 Nestern, 2(-3) Brutaufgaben
Kamera (noch) keine
H.-G.
Beiträge: 98
Registriert: So 1. Mai 2022, 20:44
Wohnort: 33415 Verl

Re: Auf der Jagd nach Tierstimmen

Beitrag von H.-G. »

Moin!
Vielleicht die Aufklärung meiner ersten Frage. Heute morgen Großalarm bei Amsel, Buchfink und Sperling. Die MS wieder in völliger Stille über der Kolonie. Konnte erst nach mehren Minuten einen Greif abziehen sehen (größer als sonst, am ehesten Sperberweibchen, evtl sogar Habicht). Die MS flogen wieder im Schwarm über dem Feind, kaum Rufe. Auch im Bat-Detektor die ganze Zeit keine Rufe erkennbar, außer Teilen des Amsel- und Buchfinkenalarms bei 20 KHz. Kurz darauf ein neuer Alarm der Singvögel; dieses Mal flog der auch mir inzwischen wohlbekannte Sperberterzel vorbei. Dabei Formation der MS wie üblich, dieses Mal aber deutlich die Warnrufe, die bei @ Thömmes beschrieben werden. Im Bat-Detektor in keiner Frequenz erkennbaren Töne.
So könnte die erste Frage dann wohl ad Acta gelegt werden,denke ich für heute.🤔
Sollte mir was neues auffallen, werde ich berichten.
LG H.-G.
30 Nistplätze,
2021: 15 belegt, 13 erfolgreich, 25 (bis 30)JV
2022: 42 JV in 17 Nestern, 2(-3) Brutaufgaben
Kamera (noch) keine
Antworten

Zurück zu „Technik“