Fragen und Antworten rund um den Mauersegler, Vorstellung von Projekten und Kolonien
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Roha
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Re: Fotos unserer Kolonien

Beitrag von Roha »

H.-G. hat geschrieben: Do 19. Jan 2023, 00:55 Der Giebelkasten (fast ein Roman ;) )

2022 hatte ich hier mein bisher bestes Ergebnis: 5 Dreier- und ein Vierer-Gelege. Im Vierer Gelege fand ich erst beim Reinigen einen mumifizierten sehr kleinen JV. Außerdem wurde aus diesem und einem weiteren Nest je ein Ei verrollt, so dass an Ende 16 junge Segler auf die Reise gingen.
Warum diese so umfangreiche Vorstellung eines Nistkastens? Zuerst einmal natürlich, weil es mir Spaß gemacht hat. Dann aber auch, weil ich bei der Vorstellung Eurer Kolonien keine vergleichbaren Kästen gefunden habe. Gerade an kleinen Giebelfenstern kann man so eine recht komfortable Nistgelegenheit anbieten (Komfortabel für Segler und Beobachter). Mir fallen z.B. Koloniebilder von Michi und Spyr ein, wo ein innenliegender Kasten funktionieren könnte.
in der Hoffnung, eure Geduld nicht überstrapaziert zu haben, verabschiede ich mich für heute.
Liebe Grüße H.-G.
P.s. Die Vorstellung der anderen Kolonieteile wird mit Sicherheit viel kürzer ausfallen. Übrigens spielen die oben erfolglos ausgemusterten Kästen da dann doch noch eine Rolle ;) . Die Geschichte geht weiter ;)
Grüß Dich H.G.,

danke für diese ausführliche Geschichte, auch eine Fortsetzung verkraften wir ;)
Ich glaube, dass dadurch sehr gut dargelegt wurde, dass es bei einer Ansiedlung meistens nicht linear vorangeht.

Eine Ungereimtheit ist mir aufgefallen, außen gibt es 7 Einflugöffnungen, innen sind aber nur 6 Nistkammern zu sehen :huh:
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JV: -
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Grüße Werner :)
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Jan_LDK
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Re: Fotos unserer Kolonien

Beitrag von Jan_LDK »

Vielen Dank für den Beitrag und diese tolle Idee und Umsetzung. Bei mir würde sich eine derartige Erweiterung ebenfalls anbieten und bleibt definitiv bei mir im Hinterkopf! :thumbup:

p.s.: eine Frage drängt sich mir gerade noch auf: welche Größe hat die Außenplatte, bzw. wie groß ist das Fenster hier?
Viele Grüße
Jan

Zwei Kästen seit 2020
2021 mit Lockrufen erste Übernachtungen (VP?)
2022 Rückkehr Segler 13.05. nur eine Nacht...
ab 10.06. VP in Kasten 1, später noch Sucher mit Einflug im Kasten 2
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Rabber01
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Re: Fotos unserer Kolonien

Beitrag von Rabber01 »

Hallo HG,

tolle Berichte und tolle Lösung, super Idee.

Das macht mir Hoffnung das sich meine Giebelkolonie auch noch weiter besiedelt, trotz geringer Einflugabstände. HG warte schon auf Fortsetzungsberichte.

Gruß Friedrich :D :D :D


P.S.: Eine Bitte an die Administratoren: wer entfernt bitte meine unvollkommen gedoppelten Berichte. Danke
Friedrich …oder kann man die auch selber löschen?
29 Nisthilfen an 9 Standorten
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32 Jungvögel (z.Teil geschätzt)
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Andreas
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Re: Fotos unserer Kolonien

Beitrag von Andreas »

Hallo Friedrich, ich habe die doppelten Beiträge entfernt.

Danke für Eure Bilder und die Berichte! H.-G.: Bin gespannt auf die Infos zu den anderen Kästen.
VG,
Andreas
H.-G.
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Re: Fotos unserer Kolonien

Beitrag von H.-G. »

Roha hat geschrieben: Do 19. Jan 2023, 12:04
Eine Ungereimtheit ist mir aufgefallen, außen gibt es 7 Einflugöffnungen, innen sind aber nur 6 Nistkammern zu sehen :huh:
Gut aufgepasst, Werner! Als ich den Bericht gestern abend fertig hatte (so etwas dauert bei mir immer viel zu lange) habe ich auch kurz auch daran gedacht, es dann aber wieder vergessen. Ich habe noch ein Foto gefunden, das den äußeren Durchgang ohne Platte zeigt: da sieht man einen Hohlraum zwischen der Fensterbank und dem Brett der 1. Etage. der nach hinten vom Fensterrahmen abgeschlossen wird. mir kam die Idee, dass dieser Raum doch von Stare, Spatzen oder Meisen genutzt werden könnte. So bohrte ich unter die sechste Mauersegler-Einflugöffnung noch eine siebte, runde mit 4,5cm Durchmesser, befestigte auf der Innenseite eine kleine Ausstiegshilfe. Nun - die erwünschten Arten fanden die Öffnung nicht oder nicht attraktiv genug, aber irgendwann sah ich den ersten MS darin verschwinden. Da ich diesen Raum für klimatechnisch bedenklich halte und auch immer die Sorge hatte, dass ein Segler hier mal nicht mehr herauskommen könnte, habe ich die Öffnung verkleinert, indem ich auf der Rückseite der Platte einen Sperrholzring befestigte, mit einer Öffnung von 32mm. Der so geschaffene Hohlraum hat allerdings bis heute keine weiteren Interessenten gefunden, was durch den Betrieb bei Mauerseglers allerdings gut erklärt werden kann.

Foto
Außendurchgang im Bau befindlich
Außendurchgang im Bau befindlich
Jan_LDK hat geschrieben: Do 19. Jan 2023, 14:14
p.s.: eine Frage drängt sich mir gerade noch auf: welche Größe hat die Außenplatte, bzw. wie groß ist das Fenster hier?
Auch diese Frage beantworte ich gern: das Fenster ist ca. 70cm hoch und 40cm breit. Die Frontplatte (22mmSiebdruckplatte) steht oben und an den Seiten ca. 2cm über und wurde auf der Unterseite der Schräge der Fensterbank angepasst. Sie deckt den oben auf dem Foto zu sehende glatten Putzstreifen ziemlich genau ab. Auf die Rückseite wurde an den Rändern oben und an den Seiten ein Dichtungsband geklebt, das das Eindringen von Wasser bisher erfolgreich verhindert.
Die dritte Etage ist übrigens im Außen- und Innendurchgang nicht so hoch wie Etage 1 und 2. Das ist der fehlenden Höhe des Fensterrahmens geschuldet. Im der Nistkammer wird wieder auf 20 cm erhöht. Kein Problem für MS :D .
Sollte ich noch einmal etwas ähnliches bauen, würde ich allerdings nur Platte und Nistraum so gestalten. Statt Innen- und Außendurchgang würde ich Durchgänge aus Lüftungskanälen zu bauen versuchen wie das @Andreas in seiner Nestplatz-Kolonie vorbildlich zeigt. Andreas, Danke für die Inspiration! Das würde vor allem den jährlichen Wiedereinbau des Außendurchgangs deutlich vereinfachen; der ist doch ziemlich schwer und sperrig :(. Sollte ich das eines Tages wirklich machen, werde ich Euch das - natürlich ausführlich :lol: - mitteilen
Gruß H.-G.
P.s. Ich habe im Giebelkasten-Text die Maße von Einfluglochabstand der mittleren Etage und Größe der Nistkammern korrigiert. Sie sind jetzt noch genauer.
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Dodo
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Re: Fotos unserer Kolonien

Beitrag von Dodo »

Hallo H.-G.,

das so viele Brutpaare auf begrenzten Raum sich einfinden hat mich wirklich überrascht. :o
Von der Präsentation bin ich begeistert!

Gruß Maddin
H.-G.
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Re: Fotos unserer Kolonien

Beitrag von H.-G. »

Dodo hat geschrieben: Fr 20. Jan 2023, 20:31 das so viele Brutpaare auf begrenzten Raum sich einfinden hat mich wirklich überrascht. :o
Hallo Maddin!
Tatsächlich hatte ich mir dazu im Vorfeld gar nicht so viele Gedanken gemacht. Heute glaube ich, dass die Bilder von Erich Kaisers Dachbodenkolonie mich glauben ließen, dass Nähe für die Segler kein Problem ist. Ich konnte mir damals allerdings auch nicht vorstellen, wie aggressiv sie miteinander umgehen können, wenn's um einen Nistplatz geht. Vielleicht habe ich schlicht und einfach Glück gehabt :D .
Glück, das ich Euch allen wünsche :D :D :D
Liebe Grüße H.-G.
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Re: Fotos unserer Kolonien

Beitrag von H.-G. »

Teil 2: Der Wandkasten (Liebe auf den zweiten Blick)
z.Zt. keiner zuhause
z.Zt. keiner zuhause
2008 baute ich den ersten Kasten vor das Giebelfenster: drei Etagen, aus wasserfester Spanplatte (V100), von innen mit 2cm starken Poystyrol-Platten (Styrodur) gedämmt. Der Fensterlaibung angepasst 69cm hoch, 39 cm breit. die Tiefe betrug 25cm; so konnte ich den ganzen Kasten so gerade durch das Dachfenster wieder hereinholen, falls ich mal nacharbeiten müsste. Das musste ich dann im nächsten Jahr, als ich beschloss, die Öffnungen zu verändern, von rund mit 6cm Durchmesser auf mauerseglertypische 6x 3 cm. Dafür schraubte ich 10 x10 cm große, 16 mm starke Siebdruckplatten vor die runden Öffnungen und spendierte außerdem Nistmulden aus Schaumstoff. Die Segler flogen weiter an den Naturnestern am Nachbarhaus an und ignorierten mein Werk komplett. Durch die aufgeschraubten Siebdruckplatten passte die Konstruktion nur noch mit Mühe durch's Fenster. Im nächsten Jahr strich ich die Siebdruckplattenstücke weiß an (ich musste den Kasten dafür abseilen :( ). Doch nun schien zumindest leichtes Interesse aufzukommen, hin und wieder hatte ich den Eindruck, dass sie jetzt näher heranflogen :) .
2011 konnte ich dann mit Hilfe der Erich-Kaiser-CD endlich die ersten Einflüge und Brutversuch erzielen.
...und baute den jetztigen Giebelkasten...
Da lag er nun im Keller, ein Kandiat für den Sperrmüll :( . Eigentlich doch viel zu schade. Wenn man den irgendwie vor die Wand schrauben könnte... :?:
Langer Rede kurzer Sinn: er hängt jetzt wirklich vor der Wand :!: . Die fehlende Rückwand wurde durch eine mehrere cm überstehende Siebdruckplatte ersetzt, an der er mit zwei Scharnieren auf der rechten Seite befestigt ist. im geschlossene Zustand nimmt eine darunter an der Siebdruckplatte befestigte Leiste einen Teil des Gewichts auf. Von außen brachte ich dünne Kunststoffplatten an, um die Wasserfestigkeit zu erhöhen. Auf das Dach schraubte ich eine dickere Kunststoffplatte, ich konnte den Kasten auf der linken Seite mit einer Flügelmutter öffnen oder verschließen.
Nun musste "nur" noch die Siebdruckplatte an die Hauswand geschraubt und der Kasten an den Scharnieren davorgehängt werden. Der Feine Unterschied zwischen Theorie und Praxis hat mich hier voll erwischt. Ich wusste, dass der Kasten schwer war, aber so schwer ;( .Statt der geplanten acht bis neun Meter hängt der Kasten nun Knapp sechs Meter hoch. Viel zu tief für Mauersegler, aber da hatte ich ja immerhin ein brütendes Paar im Giebelkasten und sogar noch fünf freie Plätze. Für Stare aber doch sicher gut.
DSC_0160.JPG
Ab dem nächsten Frühling nahm ein Starenpaar den Kasten an. Sie brüteten immer in der unteren oder oberen Kammer, die mittlere benutzten sie nie. Das wird wohl daran gelegen haben, dass ich vor dem Aufhängen kleine Schleusen ähnlich einer Starensperre von innen vor die Einflüge gebaut hatte, die verhindern sollten, dass ein Beutegreifer da hineinfasst. In der Mitte habe ich wohl zufällig genau die Maße einer Starensperre getroffen (ich kannte die damals noch gar nicht). Im Winter übernachteten öfters auch Meisen in dem Kasten. Sie neigten dazu, die Dämmung anzupicken und auch die Schaumstoff-Nistmulden veränderten sie durch Zerlegung in kleine Flöckchen.
Wandkasten geöffnet,Die Meisen scheinen die Dämmung nicht zu lieben. Das Dach muss zum Öffnen gedreht werden.
Wandkasten geöffnet,Die Meisen scheinen die Dämmung nicht zu lieben. Das Dach muss zum Öffnen gedreht werden.
Ab 2017 bekamen die Stare Konkurenz. Sie hatten bereits einmal erfolgfreich im unteren Teil gebrütet, als die Mauersegler zurückkehrten und trafen nun Vorbreitungen für eine zweite Brut in der oberen Kammer. Überrascht sah ich eines abends einen Mauersegler in die mittlere Öffnung einfliegen, kurz darauf auch Anflüge auf die beiden anderen Etagen. Die Stare versuchten zwei Tage lang erfolglos, den Kasten zu verteidigen, indem sie sich auf alles stürzten, was ihrem Kasten näher als 2m kam. Am Ende schien man sich zu arangieren - Stare oben, MS in den beiden Kammern darunter. Ein paar Tage später waren die Stare aber nicht mehr da und die Segler nutzten auch die obere Etage, wenn auch nur eine kurze Zeit. In den beiden unteren Kammern wurden 1 und 2 Jungvögel flügge, im oberen Nest fand ich beim Reinigen im Frühjahr 2018 einen mumifizierten Star, mit Nistmaterial ganz in die Ecke gedrückt.
Reinigungseinsatz
Reinigungseinsatz
Seit 2018 verschließe ich die Einflüge dieses Kastens vor der Brutzeit der Stare mit Schaumstoffpropfen um eine Wiederholung des Dramas zu verhindern. Bis heute wird seit 2018 in jeder Kammer gebrütet. Der Kasten scheint zeitweise noch beliebter als der Giebelkasten zu sein.
Inzwischen sind darin neue Nistmulden plaziert und jede Kammer hat inzwischen auf der Rückseite ein "Geländer" aus Maschendraht, damit beim Öffnen des Kastens keine JV aus dem Kasten fallen.
Noch keine volle Sonne, aber volle Action
Noch keine volle Sonne, aber volle Action
Der Wandkasten ist mein einziger Kasten, der ab ca. 13:30 Uhr volle Sonne bekommt. Bisher hatte ich dort noch keine Hitzeopfer zu beklagen. Am extrem heißen 19. Juli 2022 erschienen die fast erwachsenen Jungvögel gelegentlich am Eingang, aber ohne zu hecheln. Ich hatte schon überlegt, den Kasten hinten einen Spalt zu öffnen, um für Frischluft zu sorgen. In der kommenden Saison werde ich die Temperatur kontrollieren.
2022 flogen hier 9 Jungvögel aus.
Die Stare bekamen einen neuen Dreier-Kasten, der aber inzwischen auch neue Liebhaber gefunden hat....
Fortsetzung folgt :D :D
30 Nistplätze,
2021: 15 belegt, 13 erfolgreich, 25 (bis 30)JV
2022: 42 JV in 16 Nestern, 3 Brutaufgaben
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H.-G.
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Re: Fotos unserer Kolonien

Beitrag von H.-G. »

Teil 3:Der Starenkasten (der sich mit fremden Federn schmückt)
DSC_0299.2.jpg
Nachdem der Wandkasten für Stare nicht mehr nutzbar war, beschloss ich, ihnen eine neue Unterkunft zu bauen. Im Frühjahr 2018 konstruierte ich einen Dreier-Kasten. Seine Breite wurde durch den Abstand der Dachsparren festgelegt, zwischen denen er aufgehängt werden sollte. So entstand ein Nistkasten mit drei Plätzen, je ca. 25 x25 cm Grundfläche, 45cm hoch. Als Material wählte ich das erste Mal OSP-Platten in 12 mm Stärke. Ich hätte lieber mindestens 15 mm genommen, aber die 12-er standen gerade zur Verfügung.
Die Einflugöffnungen befinden sich ca. 33 cm über dem Boden des Kastens. Für MS damit sicher unattraktiv (das war zumindest der Plan). Die Innenseite unter den Einflügen habe ich mit parallelen ca.0,5 bis 1mm tiefen Schnitten aufgeraut, so dass Jungstare daran emporklettern können, wenn sie die die Öffnung (noch) nicht durch Hüpfen oder Flattern erreichen. Die Öffnungen wurden von ca. 43mm (da mussten sich die Stare ziemlich durchzwängen) in der zweiten Saison auf 45 mm vergrößert. Zum Reinigen kann der unter den Einfluglöchern befindlicheTeil der Front seitlich herausgeschoben werden.
Direkt nach dem Aufhängen wurden die beiden äußeren Kammern durch Stare belegt :D . In der rechten Kammer wurde auch erfolgreich gebrütet, in der linken zwar Eier gelegt, das Nest aber dann verlassen. Als die Segler 2018 zurückkehrten, waren die Jungstare schon fast flügge.
Zu meinem Erstaunen sah ich dann im Juni einen Mauersegler in die rechte Kammer einfliegen. Ich hielt das für einen Fehleinflug, aber schon kurz darauf wurden die Einflüge in diese Öffnung wiederholt und ein zweiter Segler folgte. Es handelte sich offenbar um ein VP - gebrütet wurde nicht mehr. Die beiden hängten sich im Bereich der Öffnung auf die Innenseite der Kammer und gaben von hier aus einen Sommer lang lauthals ihre Besitzansprüche bekannt. Der Kasten wurde ab jetzt in die Screaming-Partys miteinbezogen. Sucher zielten aber stets auf das rechte besetzte Loch.
Für mich war klar, dass der Siedlungsdruck in meiner Kolonie wohl sehr groß geworden sein musste, wenn die Segler schon einen für sie so unbequemen Kasten besiedelten. Immerhin mussten sie vom Boden des Nestes fast 30 cm zur Öffnung hochklettern . Etwas weniger als 30 cm, weil die Stare ziemlich viel Nistmaterial eingetragen hatten. Rückwirkend war ich aber auch froh, dass ich die Innenseite aufgeraut hatte. Der Nistkasten hätte sonst leicht zur Todesfalle werden können.
Rückseite der herausgezogenen Vorderwand. Neben den zum Klettern angebrachten Einschnitten ist leicht zu erkennen, in welcher Kammer schon Stare gebrütet haben. Die Einschnitte setzen sich auch auf der Innenseite des Kastens bis in Höhe der Einflugöffnungen fort
Rückseite der herausgezogenen Vorderwand. Neben den zum Klettern angebrachten Einschnitten ist leicht zu erkennen, in welcher Kammer schon Stare gebrütet haben. Die Einschnitte setzen sich auch auf der Innenseite des Kastens bis in Höhe der Einflugöffnungen fort
2019 Jahr brüteten die Stare erfolgreich in der rechten Kammer und als die Segler zurückkamen hatte ich bereits fünf neue, viel "seglerfreundlichere" Kästen direkt neben dem Starenkasten montiert. Die Mauersegler dankten es mir, indem sie die neuen Kästen trotz Lockrufen komplett ignorierten und im Starenkasten auf dem Starennest zwei Jungvögel erfolgreich großzogen.
So baute ich vor der Saison 2020 einen Zwischenboden ein, damit der Weg vom Boden des Kastens nicht mehr ganz so weit war und spedierte mal wieder eine Nistmulde. Seitdem wird in dieser Kammer jedes Jahr gebrütet.
Die aktuelle Situation:<br />Rechts der MS-Nistplatz mit erhöhtem Zwischenboden und Nistmulde<br />Mitte: Nest der letzten Starenbrut<br />Links: Mauerseglernest nach 2 Bruten. Das einzige ohne vorgegebene Nistmulde in meiner Kolonie
Die aktuelle Situation:
Rechts der MS-Nistplatz mit erhöhtem Zwischenboden und Nistmulde
Mitte: Nest der letzten Starenbrut
Links: Mauerseglernest nach 2 Bruten. Das einzige ohne vorgegebene Nistmulde in meiner Kolonie
2021 wurde überraschenderweise trotz inzwischen deutlich verbesserter Alternativnistplätze auch die linke Kammer bezogen und mindestens ein JV zum Ausfliegen gebracht. Weil das auf den Boden gebaute Naturnest einen soliden Eindruck macht habe ich es dort gelassen, baute auch keinen Zwischenboden ein.
2022 wurden in jedem Nest drei Segler flügge, in der Mitte eine Starenbrut. Da es jedoch zu massiven Starenangriffen auf die Bewohner der Nachbarnester kam, wird der Kasten ab 2023 komplett für MS freigehalten. Für die Stare habe ich Ersatznistkästen bereitgestellt, die - wie ich bis jetzt noch glaube - für MS unattraktiv sind.
Für mich ist es immer noch erstaunlich, dass die Segler einen Kasten besiedeln, in dem sie so weit bis zum Einflugloch klettern müssen. Es scheint für sie überhaupt kein Problem zu sein, stundenlang an der Innenwand zu hängen und auch die Jungvögel verbringen eine großen Teil ihrer Zeit vor dem Ausfliegen dort. Nicht ganz ungefährlich, weil ich das beim ersten Mal noch nicht wusste und beinahe bei einer Kontrolle die Wand zu Seite geschoben hätte, was leicht Verletzungen zur Folge gehabt haben könnte. Auch würde ich gern wissen, ob die Altvögel die Wand jedes mal herunterklettern, oder ob sie sich einfach fallen lassen.
Zum Thema im Forum, wie hoch ein Einflugloch über dem Boden des Nistkastens liegen soll, haben zumindest diese zwei MS-Paare eine ganz eigene Meinung. Auch ich habe daraus etwas gelernt: die Höhe ist nicht das Wichtigste, sehr wichtig ist aber, dass man/frau sich auf dem Weg zum Einflug gut festhalten kann. Übrigens wurde im Sommer auch die mittlere Nistkammer mehrfach durch Segler besucht, so dass ich jetzt den gesamten Starenkasten zu meinem MS-Nistplatzangebot hinzurechne.
Am gleichen Tag wie beim Starenkasten geschah etwas noch unwahrscheinlicheres: der Ersteinflug in den Traufenkasten. Das sollte aber eine etwas kürzere Geschichte werden
Gruß H.-G.
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Andreas
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Erwartet: 4 MS
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Re: Fotos unserer Kolonien

Beitrag von Andreas »

H.-G. hat geschrieben: So 29. Jan 2023, 22:48 Für mich war klar, dass der Siedlungsdruck in meiner Kolonie wohl sehr groß geworden sein musste, wenn die Segler schon einen für sie so unbequemen Kasten besiedelten. Immerhin mussten sie vom Boden des Nestes fast 30 cm zur Öffnung hochklettern.
Hallo H.-G., vielleicht war es gar nicht der Siedlungsdruck, sondern die Zeigervögel denen die Mauersegler nicht widerstehen konnten. Oder beides kam zusammen. Aber man liest ja immer wieder, dass sie genau auf die bereits besiedelten Nisthöhlen abfahren und freie rechts und links davon einfach ignorieren. Egal, bei Dir hat es jedenfalls zu einer stetigen Erweiterung der Kolonie geführt, bin schon gespannt wie es weitergeht :-)
VG,
Andreas