Moin moin,
Das Saisonende
Am 8. August ging hier die Saison unwiderruflich zuende. Die Segler haben den Wettlauf mit dramatischer Dürre und Nahrungsmangel gewonnen, was ihre ganz besonderen Fähigkeiten im Vergleich zu anderen einheimischen Arten ermöglicht haben. Spätere Bruten gab es keine, was die Segler aber hier auch sehr selten tun, wenn sich Hitze- und Dürresommer anbahnen.
Am 1.August sind die beiden Jungen der Nachbrut aus dem Kampfkasten am Südostgiebel auf die Reise gegangen und der letzte Elternteil am folgenden Tag.
In den beiden verbleibenden Kästen wurden die Jungen nach auffällig erhöhter Fütterungsfrequenz am 4. August von den Altvögeln verlassen. Die ersten beiden Geschwister starteten am 6. August in eine herrliche windstille Sommernacht, nach 2 Tagen ohne Versorgung. Aus dem letzten Kasten startete ein JS am 7. August und der zweite am 8.August bei ebenfalls perfekten Bedingungen. Die letzten beiden Jungen waren 3 bzw. 4 Tage ohne Versorgung. Alle JS hatten einen perfekten Abflug und ließen sich z. T. noch eine Strecke am abendlichen Himmel verfolgen. Trotz extremer Dürre und Absterben der Insektenpopulation dürfte die Versorgungslage aufgrund der hohen Mobilität und Fütterung durch je zwei Altsegler bis kurz vor Schluss, OK gewesen sein.
Insgesamt ist die Saison trotz aller Sorgen und strapazierten Nerven sehr gut verlaufen. Dass die Jungsegler derartige Extremhitze über so lange Zeit im jungen Alter zwischen wenigen Tagen und ca. 14 Tagen überleben können, hätte ich nicht für möglich gehalten. So wie es aussieht, haben alle Jungen überlebt und sind gesund ausgeflogen. Es gab 11 Bruten. Ich habe 25 gestartete JS aus Beobachtungen und Aufzeichnungen gezählt, was mich sehr erfreut.
Die Sucheraktivität war zeitweise unglaublich hoch und mein Haus einige Wochen in eine Wolke von hormongetränkten rasenden Minikraftwerken gehüllt. Leider ist das mittlerweile der einzige Ort im Stadtgebiet wo man das noch sieht. Insgesamt waren die Seglerzahlen dieses Jahr erschreckend niedrig an den Orten wo die letzten Jahre noch viel los war.
Zwei neue Paare haben sich fest angesiedelt, eins davon gebrütet und die Brut verworfen. In mehreren anderen Kästen gab es Einflüge und z. T. Single- und Paarübernachtungen für einige Tage, was noch Potential für weitere Paare in 2027 bietet.
Jetzt bleibt zu hoffen, dass alle Segler gut im Winterquartier ankommen und in 2027 gesund zurückkehren.
Für die vielen tollen Bilder, Videos und Berichte, besonders die spektakulären Ausflugsvideos von Michael und H.-G. danke ich Allen sehr. Wo noch Spätbruten laufen wünsche ich einen guten Verlauf und gesund ausfliegende JS und natürlich auch einen guten Start für Deinen JS Nr. 80, lieber H.-G.
Liebe Grüße
Thomas