Katzen und Vögel im Hof und Garten

Erlebnisse mit unseren gefiederten Freunden, Bestimmung der Vögel
Caro
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Re: Katzen und Vögel im Hof und Garten

Beitrag von Caro »

Auch in diesem Thread erst einmal ein herzliches Hallo an Alle,

Ihr schreibt hier zu einem Thema, welches meinem Mann und mir ordentlich Bauchschmerzen bereitet. Wir haben selber 2 Katzen und 2 Hunde. Die Katzen bleiben im Haus, basta! Das Haus ist groß genug, mit Treppen und verschiedenen Ebenen.
Wegen unserer Katzen muss kein Vogel sterben. Die Hunde sind an Jungvögeln und Ästlingen nicht interessiert.
Wir haben neben unseren Schwalben auch unglaublich viele Sperlinge (Haus- und Feld), sehr viele Amseln, Singdrosseln, Meisen, Finken, Bunt-, Mittel- und Grünspechte etc. etc.
Jedes Jahr kommen hier gefühlt 3 Katzen in der Nachbarschaft dazu. Bei den meisten hilft es, dass unsere Hunde ( sie sind den ganzen Tag auf dem eingezäunten Grundstück draußen) gerne Katzen jagen. Einmal von den 2 Rackern verfolgt trauen sich die meisten hier eine Weile nicht mehr auf‘s Grundstück. Nachts allerdings sind sie im Haus. Unser direkter Nachbar hatte sich kurz nach seinem Einzug vor 2 1/2 Jahre einen Bengalkater zugelegt. Zugegeben, ein hübsches Tier aber eine Katastrophe für die hiesige Tierwelt. Im vorletzten Sommer hatten wir 23!!! tote Vögel hier rumliegen. ( normal sind es 2 bis 4 im Jahr) Diese Kreatur war die reinste Killermaschine. Als der dann noch anfing sämtliche Babyhasen zu killen, er kam mehrmals täglich mit einem toten Häschen, hat es scheinbar einem der anderen Nachbarn gereicht ( zwei davon sind Jäger). Der Kater war dann mal weg.
Der Nachbar hatte zuvor auch nach Ansprache kein Einsehen, der Kater würde verrückt spielen wenn man ihn nicht raus ließe und die toten Hasen könnte doch niemals sein „süßer Schmusekater“ getötet haben.
Es ist diese Naivität oder das Sich drücken vor der Verantwortung, weshalb man so viele Katzenbesitzer nicht mit Argumenten erreicht. Es hätte ja was mit Arbeit zu tun. Katzen nur zu füttern und sie dann sich selbst zu überlassen ist ja so schön einfach.
Vögel haben keine Lobby in diesem Land, Katzen schon.
Die Industrialisierung der Landwirtschaft gibt dazu noch den Rest + immer mehr Vogelschredder-Windräder. Wobei mit letzterem geht es hier in der Gegend ja noch einigermaßen.
Aber was soll man tun? Ist doch alles nur ein Kampf gegen Windmühlen. Es gibt Menschen die sich in Naturschutzverbänden organisieren und es gibt, zum Glück, Einzelkämpfer, die sich einsetzen für Tiere, die nicht auf der Hitliste ganz oben stehen.
Schön ist es, diese Menschen hier zu treffen.

LG
Caro
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Elisabeth
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Re: Katzen und Vögel im Hof und Garten

Beitrag von Elisabeth »

Wenn man schon keine Vögel fangen darf, dann wenigstens im Karton vom Vogelfutter sitzen.
Katzen lieben Kartons! :D
Und Vögel 8-)
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Liebe Grüße
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Dodo
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Re: Katzen und Vögel im Hof und Garten

Beitrag von Dodo »

@Elisabeth, auch wenn ich in diese Augen schaue, muss ich weiter schreiben.

Das Interview mit Lachmann kannte ich. Die Lehre daraus: Kastration aller Freigänger :thumbup: :thumbup: :thumbup:
Der Argumentation, die Einführung einer Katzensteuer, sei mit zu hohem behördlichem Aufwand verbunden, vermag ich nicht zu folgen.
Der Staat scheucht sonst auch keinerlei Aufwand, um Steuern zu erheben.
Selbst wenn 50% der Katzenhalter sich dazu entschließen würden, sich von ihrem geliebten Tier zu trennen und in die freie Wildbahn zu entlassen, würde ich diese Steuer erheben.

Jagdpächter müssten Katzen erlegen, die in Flur und Wald, fernab der Ortsgrenzen sich bewegen.
Ich sehe nicht ein, dass die Bemühungen um Wiedereinbürgerung der Wildkatze zunichte gemacht werden.

@Caros Anmerkungen über die Streuner kann ich voll und ganz nachvollziehen.
Auch auf meinem Grund sammeln sich die Freigänger und kacken mir in die Ecken.
Ich muss mit einem Kackbeutel meinen Hund ausführen.

Gruß Maddin
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Elisabeth
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Re: Katzen und Vögel im Hof und Garten

Beitrag von Elisabeth »

Dodo hat geschrieben: So 23. Mai 2021, 12:11 @Elisabeth, auch wenn ich in diese Augen schaue, muss ich weiter schreiben.

Gruß Maddin
Hallo Maddin,
alles gut, Du darfst ruhig schimpfen. :lol:

Um es vorweg zu nehmen, meine Katzen können auch nicht einfach los streunern.
Sie kommen unter Aufsicht stundenweise mit in den Garten, den sie nicht verlassen dürfen.
Das geschieht nicht nur zum Schutz der Vögel, sondern auch zu ihrem eigenen Schutz.
Hier hängen wöchentlich die Zettel mit vermissten Katzen.
Ich liebe meine Katzen und möchte nicht, dass ihnen etwas zustößt.

Ansonsten ist das Thema eine Art Glaubenskrieg, wo beide Seiten ihre Argumente haben.
Hier einmal die Meinung von Dr. Eberhard Schneider, Präsident vom Vogelschutz-Komitee e.V.
Gesellschaft zur Förderung des Vogelschutzes, Natur-, Tier- und Lebensschutzes
http://www.vogelschutz-komitee.de/index.php/katzen

Ich persönlich kenne übrigens keine einzige unkastrierte Katze.
Die Wildkatze liegt mir sehr am Herzen, aber ihr Verschwinden ist mal wieder die Schuld des Menschen.
https://www.bund.net/themen/tiere-pflan ... wildkatze/
Hauskatzen und Wildkatzen haben friedlich nebeneinander existiert, als es noch gar keine Kastrationen gab.
Wildtiere lassen sich erst auf Haustiere ein, wenn sie einfach keinen Partner ihrer eigenen Art finden. Das ist beim Wolf nicht anders.

Aber eigentlich wollte ich das Fass gar nicht aufmachen. Ich hatte nur das Foto wieder gefunden und wollte es Euch nicht vorenthalten. ;-)
Liebe Grüße
Elisabeth
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Dodo
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Re: Katzen und Vögel im Hof und Garten

Beitrag von Dodo »

Die Art wie Dr. Eberhard Schneider sich mit der Forderung einer Katzensteuer auseinander setzt, gefällt mir nicht.
Berthold ist nicht aus Absurdistan und es ist nicht 'skurril und absolut unrealistisch' eine Katzensteuer zu erheben.
Das heißt in Denkmuster zu verharren.

Dr. E. Schneider spielt das Problem Katzenbestand herunter und sieht auch ihre Rolle als Mäuse und Ratten Jäger.
Ich wundere mich nur das es noch so viele Ratten gibt.
Die Jäger haben die Katze nie als Jagd-Konkurrenten gesehen, auf Maus und Ratte machen die nämlich keine Jagd.

Berthold macht sich mit manchen Äußerungen angreifbar, wenn er z. B. 'vom Völkermord am Rebhuhn' oder vom 'Psychopathenrasen' spricht. Aber es ist sein Verdienst, dass das Thema Vogelschutz in eine breite Öffentlichkeit getragen wurde.

Elisabeth, dass Du keine unkastrierte Katze kennst, kann an der Wohngegend liegen und dem Bildungsstand in deinem Umfeld. Das Hauskatzen und Wildkatzen friedlich nebeneinander leben konnten, lag auch daran, dass es von den Hauskatzen noch nicht so viele gab. Schon vor 90 Jahren musste sie unter Schutz gestellt werden.
Ihre Lebensräume wurden seither aber immer mehr von Straßen zerschnitten.
Jetzt haben sich erstaunlicherweise neue Bestände etabliert.

Das sich Wildtiere nur auf Partnerschaften mit Haustieren einlassen, wenn sie keinen Partner der eigenen Arten finden, halte ich für ein Gerücht. Wildschweine (Keiler) haben schon Sauen (Hausschweine) die im Freiland lebten, gedeckt. Wölfe in Thüringen haben sich mit Haushunden eingelassen.
Die Hybriden stellen die ganze Arbeit des Monitorings in Frage.

Gruß Maddin
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Elisabeth
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Re: Katzen und Vögel im Hof und Garten

Beitrag von Elisabeth »

Dodo hat geschrieben: So 23. Mai 2021, 19:54

Das sich Wildtiere nur auf Partnerschaften mit Haustieren einlassen, wenn sie keinen Partner der eigenen Arten finden, halte ich für ein Gerücht. Wildschweine (Keiler) haben schon Sauen (Hausschweine) die im Freiland lebten, gedeckt. Wölfe in Thüringen haben sich mit Haushunden eingelassen.
Die Hybriden stellen die ganze Arbeit des Monitorings in Frage.

Gruß Maddin
Hallo Maddin,
ich muss gestehen, dass ich an Schweine dabei nicht gedacht habe, mit denen ich mich auch nicht gut auskenne.
Mein Wissen bezog sich auf den Wolf und da ist es tatsächlich so, dass es in der Regel in Ermangelung eines Partners der eigenen Art zur Hybridisierung kommt.
https://www.elli-radinger.de/wolfshybriden/
Zitat: Die Verpaarung zwischen freilebenden Wölfen und Hunden kommt relativ selten vor. Ursache ist meist ein Mangel an Wölfen als geeignete Paarungspartner, z.B. bei kleinen, isolierten Wolfspopulationen, und bei gleichzeitiger Präsenz von Hunden als potenzielle Paarungspartner. Auch in stark bejagten Populationen, in denen bestehende Sozialstrukturen immer wieder zerstört werden und ein plötzlicher Mangel an „wölfischen“ Paarungspartnern entsteht, sowie in Gebieten mit einer großen Zahl streunender und verwilderter Hunde, ist die Wahrscheinlichkeit einer Hybridisierung höher.

Zu den Katzen habe ich dann auch noch mal recherchiert und dort verhält es sich weitgehend genauso.
https://www.wissenschaft.de/umwelt-natu ... nter-sich/
Zitat: „Hybride scheinen aber zumeist dort vorzukommen, wo sich Wildkatzen gerade ausbreiten und wilde Paarungspartner Mangelware sind.“ Die Biologen vermuten, dass die Vermischung der beiden Katzenarten vor allem dort stattfindet, wo die Population der Wildkatzen gestört oder dezimiert ist.

Aber ja, es kommt immer mal wieder vor, da habe ich mich zu absolut ausgedrückt.
Ich bleibe aber bei meiner Meinung, dass die Wildkatze viel stärker durch uns Menschen bedroht ist, als durch Hybridisierung.
Liebe Grüße
Elisabeth
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Dodo
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Re: Katzen und Vögel im Hof und Garten

Beitrag von Dodo »

Guten Morgen Elisabeth,

Zitat:

Ich bleibe aber bei meiner Meinung, dass die Wildkatze viel stärker durch uns Menschen bedroht ist, als durch Hybridisierung.

Mir ging es darum aufzuzeigen, dass es früher gar nicht so viele Haustiere (Katzen/Hunde) bei den Menschen gab.
Letztlich ist auch der Mensch durch diese Haltung an der Hybridisierung schuld.
Man kann es nicht losgelöst voneinander sehen.

Gruß und schönen Feiertag,

Maddin
Biene

Re: Katzen und Vögel im Hof und Garten

Beitrag von Biene »

@Dodo Maddin,
völlig d'accord mit Dir.

Dieser Herr Dr. ??? Schneider schreibt soviel Unsinn, da zieht's einem ja die Schuhe aus :evil:

nur ein paar Beispiele:
"das Gebüsch" als Katzenversteck zum Auflauern: bei uns sitzen die Nachbarkatzen ganz frech mitten auf dem Rasen oder der Treppe beim Auflauern, z.B. bei Nistkästen und Futternäpfen, dort findet man auch deren unappetitlichen Hinterlassenschaften. Die brauchen gar kein Gebüsch!

"Gefahren lauern überall ..." Unsere heimischen Vögel hatten kaum je Probleme mit Landraubtieren und sind darauf evolutionär auch nicht eingestellt, sie sind trainiert auf Gefahr aus der Luft, nämlich Greifvögel.
Katzen sind die einzigen echten Landräuber für sie, aber für die menschgemachte hohe Katzenpopulation ist die Vogel-Evolution eben nicht schnell genug - will er das den Vögeln vorwerfen ?

"Ein unachtsamer Vogel, der es sich an... „Ganzjahresfütterung“ gut gehen lässt, sich mit Futter vollstopft und in Behäbigkeit verfällt, der fällt den Kräften der natürlichen Selektion zum Opfer."

Auch unsere Vögel werden ganzjährig - mal mehr, mal weniger - gefüttert, verfallen allerdings keineswegs in irgendeine Behäbigkeit - ganz im Gegenteil, sie sind fit und kregel und treiben sich herum, suchen auch woanders Nahrung, gehen oft gar nicht an die Futterstellen.
Und - der menschgemachte hohe Katzenbestand hat mit "natürlich" oder "natürlicher Selektion" nun mal gerade überhaupt nichts zu tun !

Um die Krone seines Unsinns bewerben sich noch 2 Statements:

- dass Katzen durch ihr Jagen zum Erhalt der Wildvögel gegen die "Domestikation" beitrügen ! Unsinn, das wäre ein mindestens Jahrtausende dauernder evolutionärer Prozess !

- die seltsame Empfehlung zu "geeigneten Maßnahmen – z. B. einen als „Katzenzaun“ gestalteten, hochwirksamen, Elektrozaun".
Ja sollen wir jetzt unsere Gärten mit Elektrozäunen in der Hecke umgeben ? Die dann auch noch die Vögel killen ?!! :roll: :evil:
Biene

Re: Katzen und Vögel im Hof und Garten

Beitrag von Biene »

Übrigens: Eberhard Schneider ist Forstsachverständiger, Fachgebiet Jagdwesen, in Göttingen. Daher wohl die etwas seltsame Brille, durch die er die Vögel sieht.

Liebe Grüße
Biene

Re: Katzen und Vögel im Hof und Garten

Beitrag von Biene »

Michi hat eine tote Wasseramsel in Fiss gefunden.
Hier

SPyr's Kommentar:
Spyr hat geschrieben: Mo 24. Mai 2021, 17:37 Wasseramsel trifft zu, sieht gleich aus wie jener tote Vogel, den ich letzte Woche identifizieren musste. Nachbars Katze hat den bei uns eher seltenen Vogel an unserem Bachufer erbeutet.
Gruss
Werner
Wieder zugeschlagen.
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